Lübeck/Kiel

Landeskriminalamt Schleswig-Holstein nimmt falsche Polizisten fest

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat zwei Männer festgenommen, die sich in Ahrensburg und Kiel am Telefon fälschlicherweise als Polizeibeamte ausgegeben hatten. Die Männer brachten ältere Menschen dazu, ihnen durch eine vorgetäuschte Gefahrensituation Geld auszuhändigen.

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat zwei Männer festgenommen, die sich in Ahrensburg und Kiel am Telefon fälschlicherweise als Polizeibeamte ausgegeben hatten. Die Männer brachten ältere Menschen dazu, ihnen durch eine vorgetäuschte Gefahrensituation Geld auszuhändigen.

Kiel/Lübeck. Am Donnerstag, 21. November, vollstreckten Beamte der Ermittlungsgruppe „Recall“ des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein (LKA) zwei Haftbefehle der Amtsgerichte Kiel und Ahrensburg und nahmen zwei junge Männer in Bremen fest.

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Männer sollen sich fälschlicherweise als Polizisten ausgegeben haben

Insgesamt wurden bei dem Einsatz, an dem 44 Beamte des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein und des Polizeipräsidiums Bremen beteiligt waren, die Wohnungen der beiden Männer sowie die weiterer vier Tatverdächtiger durchsucht. Den beiden Festgenommenen wird vorgeworfen, als Mitglieder einer Bande drei Geldabholungen bei älteren Geschädigten in Kiel und Ahrensburg durch falsche Polizeibeamte organisiert und durchgeführt zu haben.

Gefahren-Szenarien wurden telefonisch vorgetäuscht

Die Täter erlangten dabei insgesamt 61 000 Euro. Den Geschädigten wurden in Telefonanrufen aus Callcentern in der Türkei Gefahren-Szenarien vorgetäuscht, wonach ihr Erspartes durch bevorstehende Einbrüche als auch untreue Mitarbeiter von Geldinstituten bedroht sei. Durch diese seit 2015 bekannte Masche werden vorwiegend ältere Menschen dazu gebracht, höhere Geldbeträge bei ihrer Bank abzuheben und es anschließend an der Haustür oder in der Nähe des Wohnortes einem vermeintlich verdeckten Ermittler zu überlassen.

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Der Großteil des Geldes floss in die Türkei

Einer der festgenommenen Männer soll die Abholungen auf Weisung anderer Bandenmitgliedern organisiert und das erbeutete Bargeld von den beauftragten Geldabholern in Empfang genommen haben. Der Löwenanteil ist an die Hintermänner in der Türkei geflossen.

Der zweite Festgenommene steht unter Verdacht, in den Fällen als Geldabholer vor Ort agiert zu haben. Den vier weiteren Tatverdächtigen wird vorgeworfen, unter anderem als Fahrer bei den Geldabholungen beteiligt gewesen zu sein. Die beiden Festgenommenen wurden dem Amtsgericht Bremen vorgeführt.

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Es handelt sich vielfach um organisierte Kriminalität

Dort wurden die Haftbefehle verkündet. Beide befinden sich nun in Untersuchungshaft. Bei den Durchsuchungen wurden diverse Beweismittel sichergestellt, die nunmehr kriminaltechnisch ausgewertet werden. Die größtenteils sehr aufwändigen Ermittlungen führten in jüngster Vergangenheit immer wieder zu Festnahmen von Logistikern und Abholern. Teilweise konnten sogar hohe Bargeldbeträge sichergestellt werden, die bestimmen Geschädigten zuzuordnen waren.

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Es handelt sich überwiegend um organisierte Kriminalität, die im deutschsprachigen Raum verübt wird. Gegen eine Reihe von Tatverdächtigen in der Türkei bestehen internationale Haftbefehle diverser Justizbehörden.

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Von RND

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