Anti-AfD-Plakat

Lehrergewerkschaften streiten sich

Foto: In manchem Lehrerzimmer Schleswig-Holsteins herrscht seit Montag dicke Luft: Die GEW wirft den Kollegen vom Philologenverband vor, die AfD hoffähig zu machen.

In manchem Lehrerzimmer Schleswig-Holsteins herrscht seit Montag dicke Luft: Die GEW wirft den Kollegen vom Philologenverband vor, die AfD hoffähig zu machen.

Kiel. Die Plakate hängen in etwa 300 Lehrerzimmern des Landes am Schwarzen Brett. „Die AfD: Ein gern gesehener Gast beim Philologenverband?“, fragt die GEW darauf provokant und ruft die Kolleginnen und Kollegen auf, „nicht weiterhin die rassistische AfD salonfähig“ zu machen. Beim Philologenverband spricht man von böswilliger Unterstellung.

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GEW: "Die AfD ist keine normale Partei"

Stein des Anstoßes sind für die GEW zwei Vorgänge: Zum Jahreskongress im März hatten die Philologen nicht nur die bildungspolitischen Fraktionssprecher von CDU, SPD, Grünen, FDP und SSW um ein Grußwort gebeten, sondern auch von den Rechtspopulisten. Und bei der Jahrestagung der Oberstudiendirektoren im Oktober saß auf dem Diskussionspodium in Rendsburg neben Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und den Sprechern Tobias Loose (CDU) und Anita Klahn (FDP) auch AfD-Mann Frank Brodehl. SPD und SSW hatten abgesagt.

„Wir wundern uns über die Kollegen sehr“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer gestern. „Der Philologenverband tut so, als wäre die AfD eine normale Partei. Aber das ist nicht der Fall. Es ist eine Partei mit rassistischen Inhalten.“ Darauf wolle man nachdrücklich hinweisen.

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Finger: "Plakate sind infam und dumm"

Philologenverband-Chef Jens Finger wies die Plakat-Aktion als „infam und dumm“ zurück. „Ob es uns nun gefällt oder nicht: Die AfD ist eine im Bundestag und in mittlerweile allen Landesparlamenten vertretene Partei“, erwiderte er. Ihre Vertreter würden von nahezu allen gesellschaftlich relevanten Organisationen und Verbänden eingeladen. „Darin drückt sich Respekt vor Wahlergebnissen aus, nicht aber eine inhaltliche Nähe zur AfD.“ Indem die GEW diese unterstelle, bediene sie sich genau der populistischen Methoden, die sie kritisiere. „Die Schülerinnen und Schüler, die von Autoren dieses Plakates unterrichtet werden, sind zu bedauern.“

2019 wird der Hauptpersonalrat im Bildungsministerium neu gewählt. Vier Sitze sind den Gymnasien vorbehalten, und von diesen stellt der Philologenverband derzeit drei, die GEW einen. Ob ein zeitlicher Zusammenhang bestehe? Schauer: „Vor einem Jahr hätten wir uns genauso verhalten.“

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