Kritik am Hansemuseum

Museumsneubau mit vielen Barrieren

Foto: Das vielfach ausgezeichnete Europäische Hansemuseum in Lübeck: Eine steile Treppe führt die Besucher in die Einganghalle. "Das darf heute nicht mehr sein", kritisieren die Mitglieder vom Runden Tisch Barrierefreiheit.

Das vielfach ausgezeichnete Europäische Hansemuseum in Lübeck: Eine steile Treppe führt die Besucher in die Einganghalle. "Das darf heute nicht mehr sein", kritisieren die Mitglieder vom Runden Tisch Barrierefreiheit.

Lübeck. "Das Museum ist in dieser Form nicht barrierefrei, die Ausstellung für Menschen mit Behinderungen nicht geeignet und damit mit den Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention nicht vereinbar", kritisiert die Sprecherin des Runden Tischs, Gerda Behrends.

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Steile Treppe zum Museum

So sei der Haupteingang nur über eine lange, steile Treppe erreichbar – wer die nicht bewältigt, muss einen Nebeneingang nutzen. "Das ist bei einem Museumsneubau aber nicht akzeptabel. Da muss der Haupteingang barrierefrei sein", erklärt Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe.

Mitglieder des Rundes Tisches, in dem Interessenvertreter von Betroffenen sitzen, haben bereits 2017 eine Mängelliste an die Museumsleitung, den Architekten und die Institutionen, die den Museumsbau ausgezeichnet haben, geschickt. Es habe weder eine Antwort noch Änderungen gegeben.

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Hansemuseum Lübeck weist Kritik zurück

Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld weist die Kritik weitgehend zurück. "Unser Museum ist absolut rollstuhlgerecht, und es wurden viele Aspekte der Barrierefreiheit umgesetzt. Es kann aber möglich sein, dass nicht alles perfekt ist."

Das Museum wurde von der Possehl Stiftung finanziert, aber mehr als neun Millionen Euro sind laut Wirtschaftsministerium aus dem EU-Fonds EFRE geflossen. Zudem gelte bei Neubauten die Landesbauordnung. Darin heißt es: "Bauliche Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucher- und Benutzerverkehr dienenden Teilen barrierefrei sein. Dies gilt insbesondere für Einrichtungen der Kultur und des Bildungswesens."

Wer hat Barrierefreiheit geprüft?

Die Einhaltung dieser Vorschriften wird laut Ministerium vom Gebäude-Management Schleswig-Holstein GMSH geprüft. Dort verweist man an die Stadt Lübeck. Die Stadt hat die Anfrage der Kieler Nachrichten, ob und mit welchem Ergebnis die Barrierefreiheit geprüft wurde, entgegen einer Zusage bisher nicht beantwortet.

"Die Vorschriften sind vorhanden, aber wir erleben immer wieder, dass sie nicht angewendet werden. Und wenn wir dies monieren, gibt es keinerlei Konsequenzen", sagt Maren Nitschke-Frank vom Runden Tisch.

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