Messer-Drama in Flensburg

Parteien kritisieren AfD-Äußerung

Foto: Messer-Drama Flensburg

Blumenkränze und Grabkerzen liegen vor einem Haus, in dem eine 17-Jährige bei einer Gewalttat getötet wurde. Die Polizei ermittelt weiter gegen einen 18-jährigen Tatverdächtigen der in Untersuchungshaft sitzt.

Flensburg/Kiel. Der Asylbewerber aus Afghanistan sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Täter war vor drei Jahren als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Warum die 17-Jährige sterben musste, ist noch unklar. Es gebe keine neuen Erkenntnisse zum Tatmotiv, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt.

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„Auch bei mir wirft die erste Berichterstattung über den tragischen Tod der jungen Frau Fragen auf“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote gestern. „In unserem Rechtsstaat tun wir gut daran, die Beantwortung all dieser Fragen den Ermittlungsbehörden zu überlassen. Erst wenn die Antworten vorliegen, gilt es Schlussfolgerungen zu ziehen.“

Stelle sich der junge Afghane als Täter heraus, so lasse sich der Flensburger Fall nahtlos in die Reihe von Tötungsdelikten an jungen Frauen in Freiburg, Kandel und Berlin einfügen, sagte der AfD-Abgeordnete Claus Schaffer. „Es zeigt, welche Gefahren damit verbunden sind, wenn die kulturellen und religiösen Wertvorstellungen junger Männer, die aus dem islamischen Kulturkreis zu uns kommen, mit unseren Wertvorstellungen kollidieren.“

Die AfD wolle mit solchen Äußerungen Ängste schüren und Stimmung machen, um politisch davon zu profitieren, kritisierte Christopher Vogt (FDP). Das sei unredlich. Die gestern vorgestellte Kriminalstatistik lasse den Schluss zu, „dass wir allen Grund haben, rechtspopulistischer Verunsicherungs- und Angstrhetorik entschieden entgegenzutreten“, so Burkhard Peters (Grüne).

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„Dass die AfD versucht, ihre stinkende Suppe auf den Leichen junger Menschen zu kochen, entlarvt sich schon dadurch, dass sie sich nicht entblödet, die Berliner Tötung mitaufzuzählen, bei der Täter und Opfer Deutsche waren“, sagte Kai Dolgner (SPD).

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