Nach langer Trockenheit

Pilze in Schleswig-Holstein: Doch noch gute Chancen für Sammler

Die Chancen, beim Pilzesammeln viele essbare Exemplare wie den Perlpilz (Foto) zu finden, stehen nun deutlich besser als vor wenigen Wochen, sagen die Kieler Pilzfreunde. Ende September hatten sie wegen Artenmangel ihre Pilzausstellung absagen müssen.

Die Chancen, beim Pilzesammeln viele essbare Exemplare wie den Perlpilz (Foto) zu finden, stehen nun deutlich besser als vor wenigen Wochen, sagen die Kieler Pilzfreunde. Ende September hatten sie wegen Artenmangel ihre Pilzausstellung absagen müssen.

Kiel. Es gibt gute Nachrichten für alle, die sich in den Herbstferien auf Pilzsuche begeben möchten: Mittlerweile lohnt sich das Sammeln in den Wäldern Schleswig-Holsteins. Das bestätigen die „Kieler Pilzfreunde“. Besonders Steinpilze, Maronen und Stockschwämmchen ließen sich jetzt gut finden, sagt Vivien Hauser, die Vorsitzende des Vereins.

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Noch vor wenigen Wochen hatte sie Alarm geschlagen: Die Artenvielfalt sei in diesem Jahr besorgniserregend gering. Bei der Pilzausstellung 2019 konnten die Pilzfreunde laut Hauser noch 400 Arten präsentieren – zum Start der diesjährigen Saison hätten sie in vielen Gebieten gerade mal drei verschiedene Pilze gefunden. Die für Ende September geplante Pilzausstellung musste daher abgesagt werden.

Pilze in Schleswig-Holstein: Lage hat sich laut Pilzfreunden etwas entspannt

Als Grund nannte Vivien Hauser die extreme Trockenheit im Sommer. Sie sprach von einer 50-zu-50-Chance, dass das Myzel der Pilze sich noch erholen werde. Nun habe sich die Lage etwas entspannt, sagt sie: „Wir haben es schlimmer erwartet und sind einigermaßen überrascht, dass doch noch viele Pilze gekommen sind.“

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Gerade in den vergangenen zwei Wochen habe sich etwas getan. Immerhin die oberen zehn bis fünfzehn Zentimeter der Erde seien in Folge des ausgiebigen Regens durchfeuchtet, sodass das Myzel einiger Pilzarten „Kinder bilden konnte“. Die Artenvielfalt sei allerdings nicht mit anderen Jahren vergleichbar, sagt Vivien Hauser. „Besonders schlimm“ ist die Lage ihren Beobachtungen zufolge bei den sonst häufigen Täublingen, einer sehr artenreichen Pilzgattung. Auch Leistlinge wie zum Beispiel Pfifferlinge seien bislang „sehr rar“.

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Hausers Fazit, was die Sammel-Chancen angeht: „Es lohnt sich zu sammeln, wenn man sich auf gängige Arten wie Maronen und Steinpilze beschränken möchte.“ Die Chancen auf Röhrlinge, zu denen Maronen und Steinpilze gehören, stehen laut der Pilzexpertin am besten in Nadelwäldern. Da lohne sich beispielsweise ein Ausflug in den Segeberger Forst oder den Sachsenwald nahe Hamburg. Röhrlinge seien auch die am leichtesten erkennbare Art: Sie sähen unter dem Hut wie ein kleiner Badeschwamm aus, erklärt Hauser. Und es gebe zwar auch unter den Röhrlingen giftige Exemplare, nicht aber solche, die tödlich sein können.

Dass sich aktuell schon viele Menschen in Schleswig-Holstein auf Pilzsuche begeben, zeigt sich am Arbeitsaufwand für die Pilzsachverständige. „Wir haben gerade gut zu tun mit Beratungen und Vergiftungsfällen.“ Täglich erreichten sie momentan mehrere Anfragen. Ein Weg, sich über die Genießbarkeit gesammelter Pilze abzusichern, sind kostenlose Beratungen durch die Pilzfreunde – elf Sachverständige bieten den Service an, verteilt über Schleswig-Holstein.

Wer den Verdacht hat, an einer Pilzvergiftung zu leiden, solle sich zunächst bei der Giftinformationszentrale melden, so Hauser. Wichtig sei zudem, mögliche Reste der Pilze für eine Identifikation durch die Sachverständigen aufzubewahren. Grundsätzlich könne man sagen: Je früher die Symptome einsetzten, desto leichter sei die Vergiftung zu behandeln.

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Von Ben Bukes

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