Renate Delfs is dörch Platt berühmt wurrn

Platt - dat is miene Heimat

Ehr Lachen warrd uns fehlen: Renate Delfs is mit 93 storven.

Ehr Lachen warrd uns fehlen: Renate Delfs is mit 93 storven.

Dat mit de Fernseh- un Schauspeel-Karriere, dat füng eerst ganz laat an. Offschoonst dat all jümmers een groten Droom vun ehr weer. Se hett sogor een Semester Theoter-Wetenschaften studeert – man denn keem de Krieg, denn kemen de Kinner. Vergeten hett de Flensborgerin ehrn Droom liekers nich. Mit veertig reep se denn ganz driest bi de Nedderdüütsche Bühn in Flensborg an: „Künnt ji mi bruuken“. Se kunnen. Föfftig Johr is se de Nedderdüütsche Bühn treu bleven: „Das ist und bleibt meine Welt!“ Plattdüütsch weer eben ehr leevst Hobby: „Vadder wull so geern, datt ik Platt schnacken schull – aver ik heff mi dat ümmer nich truut. Un wenn ik dat denn mol probeert heff, denn hett he glieks seggt: „Deern, du schnackst all wedder geel“, hett mi Renate Delfs vör dree Johr vergnöögt vertellt.

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Egens is se jo ok eerst dörch Platt berühmt wurrn. In de Quizshow „Am laufenden Band“ vun Rudi Carrell. 1976. Dor weer de Flensborgerin nämli mit ehrn Söhn tosamen Kandidatin un hett vertellt, datt Plattdüütsch ehr Hobby is: „Plattdeutsch. Als Hobby? Und was machen sie da dann mit“, wunnerwark Rudi Carrell . . . „Ich spiel Theater“, sä se un keek wiss. „Dadurch wurde man bekannt as so’n bunten Hund.“

Dat weer de Beginn vun ehre Fernseh- un Kinokarriere. Datt se tomeist de „komische Alte“ oder de „Vorzeige-Oma“ spelen müss, dat hett ehr nix utmaakt:  „Schienbor is Old-sien in“, weer ehr drögen Kommentar. Liekers hett de Plattschnackerin de Nedderdüütsche Bühn in Flensborg un ehr Modderspraak nienich vergeten: „Plattdüütsch, dat is miene Heimat. Dat is mien Tohuus“, swöögte Renate Delfs domols an’t Telefon. Dorbi weer se eegens gor keen „Native speaker“, as dat so schön niemoodsch heten deit: „Wir waren Kinder genug in der Straße . . . aber Plattdeutsch geredet haben wir alle nicht. Und trotzdem ist es so, als hätte ich Plattdeutsch gehört und verstanden, seit ich denken kann“, schrifft se in ehr Book „Nimm mich mit nach Gestern . . .“ As de Deern 1942 to‘n Ernteinsatz op’n Dörpen müss, weer dat mit’e Spraak nich eenfach: „Wenn ich Hochdeutsch sprach, kam ich mir vor, als wenn ich mit Stöckelschuhen im Hühnerstall tätig war, und wenn ich das auf Plattdeutsch versuchte, wurde ich ausgelacht.“ Steen sammeln, utmisten, Köh möten, Disteln utsteken – „davon habe ich in meinem Leben nicht mehr viel brauchen können. Aber dass ich damals mit Plattdeutsch in Gang gekommen bin, darüber freue ich mich heute noch.“ De plattdüütsche Spraak as Dialekt to werten, dor verwohr se sik gegen: „Das ist eine wunderschöne alte Sprache mit einem besonderen Witz und einer besonderen Feinfühligkeit.“

Delfs hett Theoterstücke un Böker översett, sölben plattdüütsche Böker schreven, Cds opnohmen un Lesungen maakt. Un se harr noch een ganz besünnere Leidenschaft: De ole Flensborger Petuh-Spraak. Dat is ‘n Mischen ut Plattdüütsch, Däänsch, Plattdäänsch  un Hochdüütsch. Twee Petuh-Böker sünd vun ehr rutkamen un een Audio-CD. För all ehr Doon üm de beiden Spraken un ehr Engagement för ehr Heimat is se as eerste Fru Ehrenbürgerin vun ehr Heimatstadt wurrn. Mit 89 Johr. Ganz faaten kunn de Schauspeelerin den ganzen Rummel domols nich: „Ich hab‘ ja immer nur getan, was mir Spaß gemacht hat“, wunnerwark se bescheeden. Nu hett se de Ogen för ümmer to maakt: „To’n Leben hört de Dood, so will’t de lewe Gott“, hett uns Dichtersmann Johann Hinrich Fehrs riemelt.

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