Kriminaldauerdienst Kiel

Plötzlich ist doch ein Kripo-Wagen da

2021 soll der Aufbau der Kriminaldauerdienste abgeschlossen sein. In Kiel, Lübeck und Pinneberg arbeiten dann jeweils 35, in Flensburg 23 Beamte.

2021 soll der Aufbau der Kriminaldauerdienste abgeschlossen sein. In Kiel, Lübeck und Pinneberg arbeiten dann jeweils 35, in Flensburg 23 Beamte.

Kiel. Nach KN-online-Informationen wurde dieses Auto an anderer Stelle eingespart. Als "pragmatische Lösung" beschreibt das die Landespolizei. Generell werde es neue Fahrzeuge erst Anfang 2020 geben. Die Begründung: Es gehe darum, die Bereitschaftskriminalpolizeien im Land erst zu planen und dann daraus den Bedarf abzuleiten – die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die den Mangel angeprangert hatte, stellt das nicht zufrieden.

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"Da die Kriminaldauerdienste zunächst zu konzeptionieren sowie personell zu hinterlegen waren und diese breit abzustimmenden Prozesse erst im Verlauf des Haushaltsjahres 2019 abgeschlossen werden konnten, muss die Ausstattung mit allen Arbeitsmitteln inklusive der erforderlichen Mobilität zunächst aus den vorhandenen Mitteln erfolgen", sagt Schneider. Der Einkauf von Fahrzeugen unterliege haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen, so dass es hier keinen Spielraum für andere Lösungen gebe.

GdP will sofort Ausstattung sehen

Die GdP sieht nicht nur das anders: Der Wagen für den Kieler Kriminaldauerdienst sei schlicht irgendwo anders "ausgeschwitzt" worden, sagt Regionalgruppenchef Sven Neumann. Damit sei allerdings das generelle Problem – dass Personal aufgestockt, aber nicht entsprechend ausgestattet wird – nicht vom Tisch. Das Geld dafür müsse das Innenministerium beim Finanzministerium anfordern.

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Tim Radtke, Sprecher des Innenministeriums, betont: "Der Verteilschlüssel der Dienstkraftfahrzeuge bei der Landespolizei ist grundsätzlich dynamisch angelegt. Selbstverständlich orientiert er sich unter anderem auch an der konkreten Personalstärke der Dienststellen." Durch die beschlossenen 500 zusätzlichen Polizeistellen entstehe Stück für Stück ein erhöhter Fahrzeugbedarf. "Die konkrete Verteilung dieses zusätzlichen Personals, und in der Folge der Fahrzeuge, ist Bestandteil laufender Analysen und Planungen."

Inzwischen liegen genauere Informationen vor, wie die Kriminaldauerdienste aufgestockt werden sollen: Der KDD Kiel wird laut Landespolizei ab 1. August sogar um 15 Beamte verstärkt. Wie der Kieler Polizeisprecher Matthias Arends bestätigt, ist der KDD in seiner derzeitigen Zuständigkeit tagsüber im Bereich der Landeshauptstadt Kiel und nachts sowie an Wochenendzeiten zusätzlich für den Kreis Plön zuständig, wo es werktags eine eigene Kriminalpolizei gibt.

KDD Kiel auch außerhalb der Polizeidirektion tätig

Ab August soll die Einheit in den Randzeiten auch die Betreuung des Gebiets der Polizeidirektion Neumünster wahrnehmen, die werktags ebenfalls eine eigene Kriminalpolizei hat. Das Gebiet umfasst die Stadt Neumünster und den Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Kriminaldauerdienst aus der Landeshauptstadt ist und wird jedoch nicht – wie zunächst berichtet – den gesamten Landgerichtsbezirk Kiel betreuen. Sehr wohl sind aber weiterhin andere Kriminalpolizei-Einheiten, wie die Mordkommission, in diesem größeren Areal zuständig.

Der landesweite Aufbau von Kriminaldauerdiensten soll bis 2021 andauern, so Landespolizeisprecher Schneider. Anschließend sollen die drei KDD in Kiel, Lübeck und Pinneberg (für Segeberg) auf je 35, der KDD in Flensburg auf 23 Beamte angewachsen und jeweils rund um die Uhr zuständig sein. Mit neuen Autos? "Mit den im Haushalt für Fahrzeuge vorgesehenen neun Millionen Euro pro Jahr kann und wird die bedarfsgerechte Ausstattung der Landespolizei sichergestellt werden. Selbstverständlich werden neuen Kräften auch in ausreichendem Maße Fahrzeuge zur Verfügung stehen", verspricht Innenministeriumssprecher Radtke.

Eine Multimedia-Reportage zur Arbeit der Mordkommission finden Sie hier.

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