Flexibler Schulstart

Prien will Grünen-Forderung umsetzen

Foto: Das sieht nach einem lebhaften Unterricht aus: Vielen Schülern fällt es allerdings schwer, sich morgens vor 8 Uhr zu konzentrieren.

Das sieht nach einem lebhaften Unterricht aus: Vielen Schülern fällt es allerdings schwer, sich morgens vor 8 Uhr zu konzentrieren.

Kiel. Sie setzt damit einen Beschluss der Grünen um. Die hatten sich auf einem Parteitag am Wochenende in Eckernförde für einen flexibleren Schulstart stark gemacht. Den Schulantrag stellte Fraktionschefin Eka von Kalben vor. Sie verweist stolz auf das große Medienecho, den ein Bericht unserer Zeitung über den Antrag ausgelöst habe. „Es gibt weltweit viele Beispiele für Schulen mit kindgerechten Anfangszeiten.“ Auch Parteichef Steffen Regis erinnert daran, dass andere Länder weiter seien, es dort etwa Frühaufsteher- und Langschläferklassen gebe. „Diese Debatte muss auch in Schleswig-Holstein geführt werden.“ In der lebhaften Aussprache berichten mehrere Delegierte, dass sie als „Eulen“ einst kaum aus den Federn kamen oder aber als „Lerchen“ problemlos in den Schultag starteten.

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Andere Delegierte stellen mit Blick auf wissenschaftliche Studien klar, dass sich das Schlafbedürfnis mit dem Alter verändere. Viele Grundschüler haben demnach keine Probleme mit einem Unterrichtsbeginn vor 8 Uhr, gerade pubertierende Jugendliche in der Mittelstufe aber schon. Etwas Beifall erhält auch ein Alt-Grüner, der dafür wirbt, Kindern und Jugendlichen doch Abends um 20 Uhr das Handy abzunehmen. Am Ende stimmt eine große Mehrheit für den Appell an die Schulministerin, an einem runden Tisch mit Eltern, Schülern, Lehrern, aber auch Busunterunternehmen über flexiblere Schulzeiten zu diskutieren.

Ministerin Prien lässt wie die Grünen keinen Zweifel daran, dass am Ende jede Schule selbst entscheidet, wann die erste Stunde anfängt. Üblich ist bisher ein Start zwischen 7.30 und 8 Uhr. Es gibt allerdings auch einige Schulen, die bereits ab 7 Uhr oder erst nach 8 Uhr beginnen. Die Entscheidung trifft mit einfacher Mehrheit die Schulkonferenz. Sie besteht bei Grundschulen je zur Hälfte aus Lehrkräften und Eltern. In weiterführenden Schulen sitzen auch Schüler mit am Tisch (Drittelparität). Am Rande des Parteitags gab es bereits erste Überlegungen, wie eine Modellschule aussehen könnte.

Am ehesten umsetzen ließe sich so ein Modell in einer Gemeinschaftsschule mit echtem Ganztagsbetrieb. Kostenneutral ließe sich das aber wohl nicht machen, weil mehr Personal und auch Räume gebraucht würden. Unabhängig davon ist ein späterer Schulstart umstritten. In einer ARD-Umfrage sprachen sich 57 Prozent gegen eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns aus. Bei Betroffenen mit Kindern unter 14 Jahren waren es sogar 63 Prozent. Für den Spät-Start stimmten 39 beziehungsweise 31 Prozent.

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