Fantasievolle Figuren in 19 Orten

KN-Wettbewerb mit Gewinnspiel: Welche Strohfigur ist die schönste in der Probstei?

Welche Strohfigur ist die schönste? Nehmen Sie an unseren Online-Gewinnspiel teil!

Welche Strohfigur ist die schönste? Nehmen Sie an unseren Online-Gewinnspiel teil!

Probstei. Wer in diesen Tagen in die Probstei kommt, darf etwas Einmaliges erwarten. Die Region befindet sich noch bis zum 21. August in absolutem Ausnahmezustand. Hunderte Menschen pilgern derzeit durch die Dörfer. Was ist da los?

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Die Probsteier Korntage haben begonnen – und 19 Gemeinden der Probstei haben nach zwei Jahren Corona-Zwangspause wieder einmal alles gegeben und einzigartige Strohfiguren geschaffen. Dazu gibt es ein prall gefülltes Rahmenprogramm von Wanderungen durch Kornfelder über Strohballensingen bis hin zur Ährensuche im Heckenlabyrinth. Auf KN-online.de rufen wir zudem einen Wettbewerb aus. Welches Team hat 2022 die schönste Strohfigur erstellt?

Gewinnspiel: Welche Strohfigur aus der Probstei gefällt Ihnen am besten?

Welches Team aus der Probstei hat in diesem Jahr die schönste Strohfigur geschaffen? Egal, ob Sie die witzigste Idee bewerten, die akkurateste Ausführung oder den besten Gedanken hinter dem Kunstwerk. Ihre Meinung ist gefragt!

Auf KN-online.de finden Sie Fotos von allen Strohfiguren, die derzeit in 19 Gemeinden stehen. Indem Sie bis Mittwoch, 3. August 2022, 23.30 Uhr, ihren Favoriten anklicken, geben Sie ihre Stimme für die schönste Strohfigur ab.

Unter allen Teilnehmern verlosen wir einen Einkaufs-Gutschein im Wert von 50 Euro. Das Strohfiguren-Team mit den meisten Stimmen erhält ein Grill-Paket für bis zu zehn Personen von Hof Steffen aus Muxall. Zum Gewinnspiel.

Mehr zu den Probsteier Korntagen, die bis zum 21. August mit Ausstellungen, Konzerten, Führungen und besonderen Mitmach-Aktionen gefeiert werden, finden Sie unter www.probsteier-korntage.de und www.probstei.de

Auf dem Vorplatz des Probstei-Museums steht eine Kirche aus Stroh

Ein bisschen stolz ist sie schon: Hanna Kempfert (82) steht auf dem Vorplatz des Probstei-Museums in Schönberg und schmunzelt. Im Minutentakt kommen an diesem gewöhnlichen Wochentag Leute in ihren Heimatort. Mit dem Rad. Zu Fuß. Mit dem Auto.

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Menschen aus den Nachbardörfern sind dabei, Urlauber, Einheimische. Alle haben beste Laune und zücken eifrig Fotoapparat oder Handy. Schönberg ist einer von 19 Orten in der Probstei, in dem in den vergangenen Wochen in mühevoller Handarbeit Strohfiguren gebastelt wurden. Eine deutschlandweit einmalige Aktion.

Die Schönberger Kirche aus Stroh: Hanna Kempfert (82) gehört zu den Strohwicklern der ersten Stunde und hat natürlich auch an diesem Objekt mitgewirkt.

Die Schönberger Kirche aus Stroh: Hanna Kempfert (82) gehört zu den Strohwicklern der ersten Stunde und hat natürlich auch an diesem Objekt mitgewirkt.

Probsteier Korntage: Probstei war einst ein Saatkorn-Erzeugerland

Wer Hanna Kempfert noch nicht kennt, hat was verpasst. Die Schönbergerin ist so etwas wie ein wandelndes Lexikon der Region. „Die Probstei war einst das Saatkorn-Erzeugerland“, erzählt sie. „Der Saatroggen, den auch noch mein Großvater angebaut hatte, wuchs 2,20 Meter hoch und hatte besonders starke Halme. Die waren prima zum Dachdecken für Ställe geeignet.“

Doch das ist alles schon eine Weile her. Jetzt gibt es zwar immer noch viele Reetdachhäuser im Ort, aber die werden meist mit Schilfrohr gedeckt, das aus Rumänien, der Ukraine oder Ungarn stammt. Aber ein Team von eifrigen Schönbergern nutzt seit 2008 das heimische Stroh für die jährliche Strohfigur. „Wir sind eine Truppe von 20 überwiegend alten Weibern“, erzählt Hanna Kempfert augenzwinkernd. „Wer komen wüll, de kommt. Wer keen Tied hett, blift wech.“

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Das erste Treffen der Strohfiguren-Bauer ging gleich in die Hose

„Bannig dull“ habe sie sich gefreut, dass es im Februar endlich wieder mit den Vorbereitungen losging. „Nach der Corona-Zwangspause sind wir jetzt sogar noch mehr Freiwillige“, berichtet sie und erzählt, dass dennoch gleich das erste Treffen bei Heißen Wecken gehörig in die Hose ging. „Einer hatte Corona und das Ende vom Lied war: Alle hatten Corona.“

Aber das ist längst vergessen. „Ddas Werk“ steht nun groß und prachtvoll auf dem Museumsvorplatz in Schönberg: die evangelische Kirche des Ortes – rund dreieinhalb Meter hoch und komplett aus Stroh.

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Während Hanna Kempfert erzählt, kommen immer weitere Schaulustige vorbei. Staunen, machen Selfies, bewundern den hohen Glockenturm, der wie die „echte“ Kirche mit einer goldenen Kugel samt Fisch gekrönt ist.

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War das Bauen nicht mühsam? „Die Feuerwehr hat den Unterbau gemacht, wir dann den Rest in der Scheune bei Bauer Jessin“, sagt Hanna Kempfert. Kükendraht unten und an den Seiten angetackert, Stroh oben reingestopft, dann alles zutackern. Fertig. „Tak, tak, tak, so geiht dat hier bi uns. Wi sin vun de fixe Trupp.“ Dann noch ein paar Würste aus Stroh gedreht fürs Dach, ein bisschen Farbe für Tür und Fenster – fertig ist das selbst gemachte Gotteshaus.

Hanna Kempfert begleitete zu den Probsteier Korntagen auch Busgesellschaften

Jahrelang hat Hanna Kempfert zu den Probsteier Korntagen auch Busgesellschaften begleitet. Während es von einer Strohfigur zur nächsten ging, hat sie ein bisschen „von Land und Lüüd vertellt“. Aber das macht sie in diesem Jahr nicht mehr. Mich hat keiner gefragt, sagt sie und winkt ab.

Aber noch immer hat sie bei den Probsteier Trachten für die Kornprinzessin und die Kornkönigin ihre Finger im Spiel. „Die nähe ich jedes Jahr passend um. Alles ehrenamtlich, alles mit der Hand.“ Dazu gibt es eine Kurz-Schulung für die jungen Frauen in Brauchtum, Probstei-Geschichte und über alle Einzelheiten der Tracht.

Hanna Kempfert liebt diese ungewöhnliche Zeit in der Probstei. Wenn die Straßen voll sind mit Menschen, wenn alle fröhlich sind und guter Dinge. „Alle sind froh, dass es nach der Corona-Pause nun endlich wieder losgeht“, bestätigt Nico Redlin (44), Geschäftsführer des Tourismusverbands Probstei. Im Jahr 2000 wurden die Probsteier Korntage erstmals ins Leben gerufen. Schon damals beteiligten sich bereits einige Dörfer mit fantasievollen Strohfiguren. „Seit 2008/09 machen alle 19 Gemeinden mit. Das ist aber eine komplett freiwillige Geschichte.“

Noch hat auch die „Strohwicklerin der ersten Stunde“, Hanna Kempfert aus Schönberg, längst nicht alle Strohfiguren gesehen. Aber das kommt noch. „Die Probsteier Korntage laufen ja noch bis zum 21. August“, sagt sie. Und die Figuren bleiben sogar bis Mitte September stehen. Da bleibt noch genügend Zeit für die ein oder andere Rundtour (54 Kilometer Gesamtlänge).

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Probsteier Korntage: Das sind die 19 Strohfiguren 2022

In Barsbek hängt ein dicker Fisch an der Angel. Ein gewaltiger Barsch – Namensgeber und Wappentier der Gemeinde – hat ein Boot, die "MS Barsbek", mitsamt einer Angel auf den Dorfplatz gezogen.

Politisch geht es in Bendfeld zu. Dort sitzt ein dicker Bär mit Russenmütze auf dem Dorfplatz – mit zerfetzter Ukraine-Flagge im Maul und der Weltkugel als Spielball in den Händen.

Eine Schnecke aus Stroh weist auf dem Kreisel in Brodersdorf auf die Korntage hin. Das passende Motto dazu: "Die Letzten werden die Ersten sein."

Eine gute Nachricht gefällig? In Fahren bietet ein Briefkasten aus Stroh in der Dorfmitte die Möglichkeit des täglichen Austauschs. Gäste und Einheimische können so positive Nachrichten hin- und herschicken.

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Ein rund vier Meter hohes Peace-Zeichen steht in Fiefbergen für Frieden und Solidarität. Als lustigen Fotobegleiter baute das Stohfiguren-Team noch einen Minion aus Stroh im Hippie-Gewand.

Bienenfleißig war das Team in Höhndorf: Dort entstand ein mächtiger Bienenkorb samt Insekten mit Flügeln aus Frischhaltefolie und Fühlern aus Pfeifenreinigern.

Direkt an der Mühle in Krokau steht ein besonderes Reptil: ein Krokaudil. Vier Meter lang ist das Krokodil aus Stroh, das ein Nest mit Eiern bewacht.

Fröhliche Smiley-Gesichter auf Rundballen gibt es in Krummbek im Kurpark zu sehen. Dazu säumen die Dorfstraße Stroh-Buchstaben, die von den "Probsteier Korntagen" künden.

24 Strohflaggen europäischer Länder und ein großes Friedenszeichen wurden in Laboe am Ortsausgang in Richtung Stein aufgebaut. Kinder der Grundschule hatten tatkräftig zu ihren Tuschkästen gegriffen, das Stohfiguren-Team erschuf den Rest.

In Lutterbek erinnert ein Mühlrad aus Stroh an die erste Wassermühle im Ort. Die entstand damals im Jahr 1286.

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Auf dem Dorfplatz in Passade ist Hein Daddel zu Besuch. Das Maskottchen des THW Kiel steht dort als gewaltige Strohfigur mitten im Handballtor.

Die Gebrüder Grimm lassen grüßen: Am Dorfteich in Prasdorf wurde die komplette Kulisse des Märchens "Der Wolf und die sieben Geißlein" nachgebaut. Mit Uhrenkasten, satt gefressenem Wolf und vielen, vielen raffinierten Details.

Die Häschenschule aus dem Buch von Fritz Koch-Gotha erwacht in Probsteierhagen zu neuem Leben. Hasenkinder sitzen in Holzbänken mit Tintenfass samt Federkiel und lauschen dem rund zwei Meter großen Lehrer im Gehrock. Gezeigt wird auch, was passiert, wenn man im Unterricht nicht aufpasst.

Die evangelische Kirche als Stroh-Version ist in Schönberg auf dem Museumsvorplatz zu sehen. Das Werk ist etwa dreieinhalb Meter hoch und drei Meter lang.

Mitten auf einem Sofa aus Stroh ist Alf aus der gleichnamigen Fernsehserie in Stakendorf gelandet. Eine perfekte Kulisse, um einmal ein Foto mit dem Außerirdischen vom Planten Melmac zu machen.

Das Wahrzeichen des Ortes baute das Team aus Stein einfach nach: die Steiner Mole. Sogar die beiden Badehäuschen ausgestattet mit Handtüchern und Badelatschen sind auf dem Dorfanger zu sehen.

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Dramatisches ereignet sich in Stoltenberg: Ein Radfahrer landete dort kopfüber im Strohballen. Ein Passant aus Stroh macht sogleich ein Handybild.

Die Sendung mit der Maus läuft in Wendtorf in Dauerschleife: Dort haben sich die mannshohe Maus, der blaue Elefant und die gelbe Ente zur Freude aller versammelt.

In Wisch wird gerade einem Verletzten geholfen – dank Rettungshubschrauber "Robby" aus Stroh. Der ist so stabil gebaut, dass Besucher gleich selbst zum Retter der Lüfte werden können.

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