Personalnot in der Pflege

Protest in Kiel: Lage dramatisch wie nie

Foto: Am Internationalen Tag forderten auch in Kiel Demonstranten mehr Personal in Krankenhäusern und Altenpflege.

Am Internationalen Tag forderten auch in Kiel Demonstranten mehr Personal in Krankenhäusern und Altenpflege.

Kiel. Die Teilnehmer der Demo forderten am "Tag der Pflege", dass sowohl in Kliniken wie in Altenpflegeeinrichtungen eine auskömmliche Mindestbesetzung pro Schicht gesetzlich festgelegt, finanziert und kontrolliert  wird. Diese Personalzahl müsse sich allein an den tatsächlichen Bedürfnissen der zu Pflegenden bemessen.

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"Ich bin heute hier, weil ich endlich wieder pflegen möchte", sagte Manuela Rasmussen. Die Krankenschwester berichtete, dass auch in Kiel komplette Stationen stillgelegt werden müssen, weil das Personal fehlt. "Aber auch die Stationen, die geöffnet sind, arbeiten oft nur mit der Minimalbesetzung. Das geht zu Lasten der Patienten und unserer eigenen Gesundheit." Die Folge seien hohe Krankenstände und die Abwanderung aus dem Beruf – eine Abwärtsspirale zu Lasten der Patienten und pflegebedürftigen Menschen.

"So dramatisch war es noch nie!"

Mit vielen seiner Mitarbeiter ging auch der Stiftungsrat des Kieler Stadtklosters auf die Straße, um die folgenschwere Situation aufmerksam zu machen: Erstmals müsse das Haus einen Wohnbereich zum Juni schließen, weil kein Personal dafür gefunden werden kann. „So sehr wir suchen und werben - wir bekommen keine Bewerbungen mehr. So dramatisch war die Situation in der Altenpflege noch nie“, erklärte Stiftungsvorstand Eva El Samadoni.

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Man sei in einer Zwickmühle: Würde man mit besserer Bezahlung Fachkräfte anlocken, müsste diese Zusatzkosten von den Bewohnern getragen werden. „Aber die müssen jetzt schon gut 2000 Euro selbst finanzieren. Das kann nicht die Lösung sein.“ Claus Möller vom Stiftungsrat und früherer Finanzminister von Schleswig-Holstein forderte deshalb, dass die Pflegeversicherungsbeiträge erhöht werden, zweckgebunden für eine bessere Versorgung in der Pflege. „Ich bin sicher, dass die Bürger dafür Verständnis hätten.“ Gleichzeitig müsse die Krankenversicherung endlich auch Behandlungspflege in stationären Einrichtungen bezahlen.

"Tarifverträge für gesamte Altenpflege!"

Die Demonstranten forderten in Kiel aber auch eine bessere Bezahlung. „Insbesondere in der Altenpflege sind Tarifverträge mittlerweile fast schon exotisch. Dadurch bekommt eine Pflegefachkraft monatlich bis zu 300 Euro weniger, oft auch geringere Zulagen. Hier muss sich dringend etwas ändern“, forderte Christian Godau.

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