Schwesterschiff der Kursk

Russland schickt noch ein Atom-U-Boot

Foto: Die Russen verlegen weitere Schiffe in die Ostsee. Am Donnerstag sind das Atom-U-Boot „Orel“ und der Zerstörer „Severomorsk“ an Fehmarn vorbei gefahren. Mit der „Orel“ ist erstmals ein Schwesterschiff der „Kursk“ in der Ostsee.

Die Russen verlegen weitere Schiffe in die Ostsee. Am Donnerstag sind das Atom-U-Boot „Orel“ und der Zerstörer „Severomorsk“ an Fehmarn vorbei gefahren. Mit der „Orel“ ist erstmals ein Schwesterschiff der „Kursk“ in der Ostsee.

Puttgarden. Für Donnerstag wird ein weiterer Flottenverband erwartet. Ziel der Einheiten ist eine Militärparade in St. Petersburg. Die Passage der russischen Einheiten erfolgt nur einen Tag nach dem Nato-Gipfel in Brüssel und gilt bei Beobachtern als Militärdemonstration. Die Verlegung von Atom-U-Booten war in die Ostsee seit Jahren unüblich. 2017 schickte Russlands erstmals ein Atom-U-Boot der Typhon-Klasse in die Ostsee. Jetzt ist es ein Boot der „Oscar II“-Klasse, die mit bis zu 24 Marschflugkörpern bestückt sind. Ob die Flugkörper nuklear bestückt sind, ist unklar. Angetrieben wird das U-Boot aber von zwei Atom-Reaktoren.

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Bundespolizei und dänische Marine als Eskorte

Bei der Verlegung des schwimmenden Atomkraftwerks „Akademik Lomonossov“ hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace im Mai noch im Fehmarnbelt demonstriert. Die „Orel“ konnte ohne Protest den Fehmarnbelt passieren.   Eskortiert wurde das U-Boot von der dänischen Marine und der Bundespolizei. Das 154 Meter lange und 18,4 Meter breite U-Boot war gegen 15 Uhr vor Puttgarden und erreichte um 18 Uhr die Kadetrinne vor der Mecklenburger Bucht.

U-Boot wurde 1992 in Dienst gestellt

Die „Orel“ ist ein älteres Schwesterboot des im August 2000 im Nordmeer nach einer Explosion gesunkenen Atom-U-Boots „Kursk“. Die „Orel“ gehört zu drei U-Booten des Typs 949 (Nato-Name Oscar II) bei der 11. U-Bootdivison der Nordflotte. Die getaucht bis zu 25000 Tonnen verdrängende „Orel“ wurde 1992 in Dienst gestellt und zuletzt 2015 und 2016 überholt.

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Teilnahme an Militärparade in St. Petersburg

Das Boot wird von zwei Druckwasserreaktoren angetrieben und gehört zu dem größten U-Booten der Welt. Die "Orel" soll nach Mitteilung der russischen Marine an einer Militärparade am 29. Juli in St. Petersburg teilnehmen. Zusammen mit der "Orel" sind auch der Zerstörer "Seweromorsk", der Kreuzer "Mashal Ustinov" und die neue Lenkwaffenfregatte "Admiral Gorshkov" auf dem Weg von Murmansk nach St. Petersburg. Vor einer Woche war bereits das konventionell angetriebene U-Boot "Vladikavkaz" an Fehmarn vorbei in die Ostsee eingelaufen. Das Boot ist inzwischen in St. Petersburg eingetroffen.

Hochseeschlepper als Begleitung

Auf ihrem Weg nach St.Petersburg wird die „Orel“ von Einheiten der norwegischen, dänischen und schwedische Marine beschattet. Die russische Marine hat zur Sicherheit den neuen Hochseeschlepper „Polyarny Konvoi“ als Begleitung mit auf die Reise geschickt.

Als Reaktion auf die wieder steigenden Aktivitäten der russischen Marine hat die US Marine Ende Juni die Flugzeugträgerkampfgruppe „Harry S. Truman“ aus dem Mittelmeer in den Atlantik verlegt. Teil dieser Kampfgruppe ist auch die deutsche Fregatte „Hessen“. Der Auftrag lautet das Training von U-Jagdfähigkeiten. Außerdem haben die USA wieder drei Seefernaufklärer aus Island stationiert.

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Von Behling Frank

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