Pflegenottelefon

Sie helfen bei Gewalt in der Pflege

Foto: Thomas Görgen, Sozialminister Heiner Garg, Projektkoordinatorin Anke Buhl und Rolf D. Hirsch (v. li.) bei der Geburtstagsfeier des Pflegenottelefons.

Thomas Görgen, Sozialminister Heiner Garg, Projektkoordinatorin Anke Buhl und Rolf D. Hirsch (v. li.) bei der Geburtstagsfeier des Pflegenottelefons.

Kiel. "Den einen Grund für Krisen in der Pflege gibt es nicht", erklärt Thomas Görgen, Professor für Kriminologie und Kriminalprävention, bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Pflegenottelefons Schleswig-Holstein. "Zum Einen können überlastende Situationen natürlich zu Gewalt führen, aber auch körperliche Belastung, eine schwierige berufliche oder familiäre Situation, finanzielle Probleme oder ein aggressives Verhalten von Seiten des Gepflegten können zur Eskalation beitragen."

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Das Pflegenottelefon bietet Hilfe in Krisensituationen

Um Pflegenden und Pflegebedürftigen in solchen Krisensituation zu helfen und die Spirale zu durchbrechen, bildet das vom schleswig-holsteinischen Sozialministerium geförderte Pflegenottelefon seit 20 Jahren eine neutrale Anlaufstelle für Betroffene, denen die Anforderungen über den Kopf wachsen. Dass ein solches Angebot für pflegende Angehörige von enormer Bedeutung ist, weiß auch Sozialminister Heiner Garg (FDP).

„Zu sehen, wie ein geliebter Mensch sich verändert, das macht was mit einem. Pflege kann so zur Dauerbelastung werden, bei der das Pflegenottelefon für viele den einzigen Ausweg aus der scheinbar verfahrenen Situation bietet“, sagt Garg und erinnert daran, dass das bundesweit einzigartige Angebot von 40 sozialen Verbänden und Organisationen aus Schleswig-Holstein 1999 ursprünglich nur als dreimonatiges Modellprojekt angedacht war. „Darüber kann man heute nur den Kopf schütteln.“

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Gewalt ist keine Alternative

Dunkelfeldstudien zur Folge kommt Gewalt in der Pflege so deutlich häufiger vor, als man glaubt. Bei den Beratungsgesprächen am Pflegenottelefon reichte das Spektrum 2018 vom festem Zugreifen über Beschimpfungen und Anschreien bis zum Ignorieren und Drohen.

„Gewalt kann sowohl zwischen Angehörigen als auch zwischen Heimbewohnern oder Pflegekraft und Patienten auftreten“, erklärt Thomas Görgen. „Ich wäre froh, wenn wir das Pflegenottelefon bald nicht mehr bräuchten, aber das ist eine Utopie“, sagt auch Professor Rudolf D. Hirsch, der das Beratungsangebot seit vielen Jahren begleitet. „Aber Gewalt ist keine Alternative und das Pflegenottelefon hilft uns, das zu zeigen.“

Das Pflegenottelefon erreichen Sie rund um die Uhr telefonisch unter 01802/494847 (zum Regionaltarif) oder online unter www.pflege-not-telefon.de. Einen Ratgeber zum Thema "Gewalt vorbeugen" gibt es hier.

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