Tarifverhandlungen

Autokraft-Busse werden fünf Tage lang bestreikt

Bereits am 19. und 20. September haben Busfahrer gestreikt und sind in Kiel auf die Straße gegangen.

Bereits am 19. und 20. September haben Busfahrer gestreikt und sind in Kiel auf die Straße gegangen.

Kiel. Die Fahrer privater Busunternehmen in Schleswig-Holstein begeben sich ab Montag (10. Oktober) in einen fünftägigen Warnstreik. Grund sind laut Angaben der Gewerkschaft Verdi die stockenden Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag mit dem Omnibusverband Nord (OVN).

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Wie Verdi mitteilt, hat der OVN acht vorgeschlagene Verhandlungstermine abgelehnt und lediglich den von ihnen vorgeschlagenen Verhandlungstermin am 10. Oktober bestätigt. „Als Reaktion auf diese Verzögerungstaktik hat die Tarifkommission entschieden, den Warnstreik auf fünf Tage auszuweiten und zu einer offenen Mitgliederversammlung am Verhandlungsort aufzurufen.“

Autokraft: Fünftägige Busstreik ab Montag

Der Warnstreik wird am kommenden Montag mit Dienstbeginn starten und bis zum Freitag (14. Oktober) zum jeweiligen Schichtende andauern. Betroffen sind die Busse der Autokraft. Nicht bestreikt wird der Flughafen-Bus "Kielius". Bereits am 19. und 20. September kam es zu Streiks der Busfahrer.

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„Wir haben den Arbeitgebern acht Verhandlungstermine seit der letzten Verhandlungsrunde angeboten, die alle abgelehnt wurden. Ganz offensichtlich versuchen die Arbeitgeber, auf Zeit spielen und die Nutzerinnen und Nutzer des OVN zum unbeteiligten Spielball zu machen. Das ist inakzeptabel“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring.

OVN will bei Streik am Montag nicht verhandeln

„Wir haben bewusst entschieden, die Ferienzeit für diesen Warnstreik zu wählen, um die Schülerverkehre nicht zu treffen. Für die Zukunft können wir dies aber nicht mehr ausschließen. Die Arbeitgeber haben jetzt am Montag die Chance, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und deutliche Signale zu senden. Wir werden am Montag mit unseren Mitgliedern beraten, wie das Verhalten der Arbeitgeber zu werten ist“, so Bähring weiter. Sollte es bei den Tarifverhandlungen am Montag zu einem Ergebnis kommen, werden die Warnstreiks selbstverständlich beendet.

Beim Omnibusverband Nord stößt der angekündigte Warnstreik und der Vorwurf der Verzögerungstaktik auf Unverständnis. Laut Geschäftsführer Dr. Joachim Schack haben Verdi und OVN gemeinsam nach Terminen gesucht. Einen Termin am 30. September habe die Gewerkschaft nicht wahrnehmen können, vonseiten des OVN sei von Beginn an klar gewesen, dass nur der 10. Oktober in Frage komme. Jetzt würde Verdi nachträglich Termine vorgeschlagen, die aus Zeitgründen bereits vor längerer Zeit abgelehnt wurden. „Wenn am Montag gestreikt wird, stehen wir für weitere Verhandlungen nicht zur Verfügung“, kündigt Schack an. „Es wäre sehr bedauerlich, wenn durch den Streik der Verhandlungstermin gefährdet werden würde.“ Schack empfiehlt den Fahrgästen, sich am Sonntagabend zu informieren, welche Busse am Montag fahren.

Neuer Tarifvertrag: Gewerkschaft Verdi fordert 1,95 Euro mehr pro Stunde

Verhandelt wird für etwa 1900 Beschäftigte aus dem privaten Busgewerbe. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung von 1,95 Euro pro Stunde mehr, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten, weitere 1,95 Euro mehr für Werkstattmitarbeiter sowie die Übernahme des Jahresbeitrages der GUV/FAKULTA – einer Solidarkasse der Arbeitnehmerschaft. Der OVN hat neben einem Inflationszuschuss von 300 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent zum 1. Oktober angeboten, eine Erhöhung von 2 Prozent zum 1. Oktober 2023 sowie eine weitere Erhöhung zum 1. Oktober 2024.

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