Politische Debatte

Streit um die Gender-Sprache

Foto: Drei Möglichkeiten für Geschlechter

Drei Möglichkeiten für Geschlechter: Nun entbrennt die Debatte, ob Verwaltungssprache geschlechtergerecht formuliert werden soll.

Kiel/Hannover. Diese Maßnahme schließt männlich wie weibliche, aber auch intersexuelle Menschen mit ein. „Es ist gut, dass sich die Stadt Hannover auf den Weg macht, alle Menschen in ihrer geschlechtlichen Identität ernstzunehmen“, sagt Christiane Buhl vom Kieler Referat für Gleichstellung. „F alle, die nicht ,Mann’ oder ,Frau’ sind, ist das ein unglaublich wichtiges Zeichen. Sie werden gesehen und wahrgenommen.“ Tatsächlich möchte Hannover mit der neuen Sprachregelung der „Vielzahl geschlechtlicher Identitäten“ Rechnung tragen.

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Stadt Kiel ergreift ebenfalls Maßnahmen

„Die Stadt Kiel macht sich stark für alle Menschen, egal welchen Geschlechts“, heißt es aus dem Kieler Rathaus. Bereits 2018 gab es einen Beschluss der Ratsversammlung dazu. Unter anderem wurde festgelegt, dass die geschlechtliche Vielfalt bei personenbezogenen Daten stärker als bisher berücksichtigt werden soll. Dass Mitarbeiter zu diesem Thema sensibilisiert und qualifiziert werden und dass in Gebäuden der Stadt Möglichkeiten der Toilettennutzung für diejenigen Menschen geschaffen werden, die „sich nicht als Mann oder Frau definieren“. „Für 2019 stehen im Haushalt 100.000 Euro für ein Konzept und erste Maßnahmen zur Verfügung“, so ein Stadtsprecher.

Geteilte Meinung unter den Parteien

Die gleichstellungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn, kritisiert die sprachliche Neuregelung in Hannover als „Gender-Wahnsinn vom Allerfeinsten“. „Ich denke nicht, dass sich Frauen durch Begriffe wie ‚Rednerpult‘ oder ‚Wählerverzeichnis‘ ausgeschlossen fühlen sollten“, sagt Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Sie arbeite vielmehr daran, die politische Beteiligung von Frauen zu verbessern. Anders Serpil Midyatli (SPD): „Wir begrüßen das Vorgehen in Hannover und sehen es als Vorbild.“ Lob kommt auch von Eka von Kalben, Chefin der Grünen-Landtagsfraktion. Der Vorstoß könne helfen, „gesellschaftliche Rollenklischees zu durchbrechen“.

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