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Unwetter in SH

Sturm-Bilanz für den Norden

Foto: In Kiel hat die Kiellinie mit dem Hochwasser zu kämpfen.

In Kiel hat die Kiellinie mit dem Hochwasser zu kämpfen.

Kiel/Hamburg/Schwerin. Der Wintereinbruch und eisige Sturmböen haben Norddeutschland am Wochenende zugesetzt: Vor allem am Sonnabend kam es in Regionen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu Unfällen. Viele Fähren an Nord- und Ostsee fielen aus, in Rostock ebenso wie Föhr. Auf der Elbe war der Schiffsverkehr behindert. In Kiel, Greifswald und Hamburg mussten wegen kaputter Dächer Straßenabschnitte gesperrt werden. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Allein die Hamburger Feuerwehr zählte von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag 240 witterungsbedingte Einsätze. Am Sonntag beruhigte sich die Lage. Der Wind ließ nach, im Norden schien fast überall die Sonne.

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Im Schneetreiben verunglückten auf der Autobahn A7 am Sonnabend bei Owschlag (Kreis Rendsburg-Eckenrförde) bei zwei Unfällen viele Autos. Neun Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Der Verkehr staute sich kilometerlang. Auf der Bundesstraße 503 bei Schwedeneck (Kreis Rendsburg-Eckernförde) es am Sonnabend bei erheblichem Schneefall und schlechter Sicht zu vier Unfällen mit elf beteiligten Autos. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurden dabei vier Menschen leicht verletzt.

Bäume stürzten um

Der Sturm sorgte in allen drei Bundesländern zu erheblichen Behinderungen, etwa durch umgestürzte Bäume oder umherfliegende Gegenstände.

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Neben herabfallenden Ästen, Dachziegeln und umgewehten Bauzäunen, mussten sich die Einsatzkräfte in Hamburg am Samstag auch um ein auf Grund gelaufenes Binnenschiff auf der Norderelbe kümmern, das drohte, gegen einen Brückenpfeiler gedrückt zu werden. Eine Dachfläche von etwa 54 Quadratmetern musste mit Sandsäcken gesichert werden. Am Ballindamm wurde die Glaskuppel eines Hauses zerstört. Die Scherben stürzten aus dem siebten Stock auf ein Auto, verletzt wurde niemand. Das Kupferflachdach einer Reederei am Baumwall wurde vom Sturm aufgerollt. Wegen des starken Windes konnte das acht Tonnen schwere Dach nicht repariert werden, der Straßenbereich wurde vorerst gesperrt.

Ein Oberleitungsschaden führte am Sonnabend dazu, dass ein Zug mit 143 Reisenden in unmittelbarer Nähe zum Hamburger Hauptbahnhof evakuiert werden musste. Grund für den Schaden war laut Bundespolizei ein Ermüdungsbruch.

Kreuzfahrtschiff konnte nicht anlegen

Ebenfalls sturmbedingte Beeinträchtigungen erlebten die Passagiere der "AIDAperla": Wegen einer vorübergehenden wetterbedingten Schließung des Hamburger Hafens durch die Behörden, konnte das Kreuzfahrtschiff erst mit sechs Stunden Verspätung am Sonnabendnachmittag anlegen. Mit eintägiger Verspätung sollte das Schiff am Sonntagnachmittag zu einer siebentägigen Kreuzfahrt wieder auslaufen. Erstes Ziel sei Southampton an der Südküste Englands, wie Aida Cruises am Sonntag mitteilte.

Der starke Sturm am Freitagvormittag hat ein Dach in der Kieler Innenstadt massiv beschädigt. Zunächst wölbte sich das Dach auf dem Howe-Haus am Europaplatz mehrere Meter nach oben, bevor es zu einem Teil heruntergeweht wurde. Menschen wurden nicht verletzt.

In Greifswald (Landkreis Vorpommern-Greifswald) musste die Polizei am Sonnabendnachmittag einen ganzen Straßenabschnitt sperren. Die Folienaufschweißung am Dach eines Wohnblockes hatte sich auf etwa zehn Quadratmetern durch den Sturm gelöst und blähte sich durch den Wind immer wieder auf. Reparaturarbeiten sind wegen des starken Windes voraussichtlich erst Montag möglich, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner wurden mit Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, etwa 50 Autos aus dem Gefahrenbereich zu entfernen.

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Fährverkehr eingestellt

Der Fährverkehr zur Ostseeinsel Hiddensee wurde am Sonnabend ganz eingestellt, erreichbar war die Insel nur noch mit dem Hubschrauber. Zeitweise unterbrochen war die Elbfähre zwischen Glücksstadt und Wischhafen. Auf der Route der Scandlines Fähren zwischen Rostock und Gedser kam es am Sonnabend zu Ausfällen und Fahrplanänderungen. Am Sonntagmorgen konnte der reguläre Fahrplan dem Unternehmen zufolge wieder aufgenommen werden. In Schleswig-Holstein kam es auf den Nordseerouten durch das Niedrigwasser zu Behinderungen des Fährverkehrs. Wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei auf ihrer Webseite mitteilte, waren die Föhr-Amrum- sowie die Hallig-Linie betroffen. Auch am Sonntag sollte es den Angaben zufolge noch Ausfälle geben.

Vermutlich wegen starken Windes prallte am Sonnabend im Hafen der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand eine Autofähre gegen eine Wand, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte. Verletzt wurde niemand. Außerdem lösten sich den Angaben zufolge im Meeresarm Schlei und der Kieler Förde zahlreiche Boote, die wieder zurückgeholt und neu vertäut werden mussten.

Meldungen rund um den Sturm in Schleswig-Holstein können Sie hier in unserem Liveblog vom Wochenende nachlesen.

Von KN-online

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