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Kommentar

Thorsten Geil zu Flüchtlings-Problematik

Foto: Thorsten Geil

Thorsten Geil

Neumünster. Es ist richtig, dass die Landesregierung die Gemeinde Boostedt entlasten und die Zahl der Flüchtlinge dort 2019 reduzieren will, um die Erstaufnahme dann 2024 ganz zu schließen. Die Zustände in der Gemeinde sind nicht mehr schön. Nur eines gehört zur Wahrheit auch dazu: Jede Entlastung von Boostedt ist eins zu eins eine Belastung von Neumünster.

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Die Landesregierung spielt hier ein riskantes Spiel mit Stimmungen. Das Thema ist viel, viel zu ernst, um die Gemeinden gegeneinander auszuspielen. Man kann die Lösung der Flüchtlingsfrage nicht allein Neumünster aufbürden. Fünf Jahre lang saß ein NPD-Ratsherr allein im Ratssaal herum; seine Anträge und Reden, gern zum Thema Flüchtlinge in der Erstaufnahme, wurden von den Fraktionen allenfalls ignoriert. Die Folge war, dass seit Mai gleich zwei NPD-Leute ein Mandat haben.

Wer nicht sieht, dass sich an der Flüchtlingsfrage ein Stück weit die Zukunft des friedlichen Zusammenlebens in Neumünster entscheiden könnte, der will die Augen nicht öffnen. Es ist fahrlässig zu sagen: Neumünster hatte immer viele Flüchtlinge, die schaffen das. Der Wind hat sich gedreht, und das wird in der Stadt deutlicher. Die kritische Wortmeldung des Stadtteilvorstehers und von Anliegern der Erstaufnahme sprechen Bände. Es muss auch künftig mehrere Erstaufnahmen mit kleineren Zahlen geben. Nur dann kann Integration funktionieren. Koste es, was es wolle.

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