Großharrie/Flintbek

Todesursache bei Milanen noch unbekannt

Ein Rotmilan (Milvus milvus) am Himmel über dem Naturpark "Feldberger Seenlandschaft" unweit von Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Rotmilan (Milvus milvus) am Himmel über dem Naturpark "Feldberger Seenlandschaft" unweit von Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern.

Großharrie/Flintbek. Der Umweltschutztrupp der Kieler Polizei hatte vor zwei Wochen bei einem Ortstermin mit LLUR-Vertretern und Ornithologen die Kadaver gesichert und eine toxikologische Untersuchung angeordnet. In unmittelbarer Nähe zum Horst der streng geschützten Milane ist ein Windeignungsraum zwischen Großharrie, Tasdorf und Schillsdorf vorgesehen.

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Organe wurden zur Untersuchung geschickt

Die Todesursache zweier Jungvögel, die am 15 und 16. Juli am Boden entdeckt wurden, könne wegen der Verwesung nicht mehr festgestellt werden, betonte LLUR-Sprecher Martin Schmidt. Das im Horst gefundene Tier habe keine Gefiedermerkmale aufgewiesen, die auf eine schlechte Versorgung mit Nahrungsmitteln hingewiesen haben. „Die Organe sind zur Untersuchung in ein Labor in Göttingen geschickt worden“. Wann Ergebnisse vorliegen, konnte er am Freitag nicht sagen. Schmidt machte deutlich, dass ein Anfangsverdacht eines Fremdverschuldens vorliege, nach einigen Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit sei die Sensibilität hoch.

Groß Kummerfeld: Eine Vergiftung bestätigt

„Anfang Juli wurde die Vergiftung eines Rotmilan-Paares in Groß Kummerfeld bestätigt. Zudem gab es einen toten Vogel im März in Gönnebek mit Auffälligkeiten. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen aber noch aus“, so der Pressesprecher. Die Tötung von geschützten Vogelarten bringt aus seiner Sicht Windparkbetreibern keinen Vorteil. „Bereits das Vorhandensein eines Horstes ist im Genehmigungsverfahren für einen Windpark relevant“, stellte Martin Schmidt klar.

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Windenergiebetreiber verurteilen Vorfall

In diese Richtung geht auch eine Stellungnahme des Bundesverbands Windenergie in Schleswig-Holstein, der jegliche Angriffe auf geschützte Tiere und Zerstörung von Greifvogelnestern verurteilt. Die Zerstörung eines Horstes von geschützten Vogelarten sei eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden könnte. „In der Branche ist hinlänglich bekannt, dass ein Horst seine funktionale Bedeutung behält, auch wenn er ungenutzt ist“, so Pressesprecherin Jana Lüth. Sie stellte klar: Bei jedem Projekt würden die strengen Artenschutzvorgaben zwingend eingehalten.

Großharries Bürgermeisterin Ilona Bredow betonte, dass die toten Milane natürlich Gesprächsthema im Dorf seien. Eine Bewertung der Vorfälle wollte sie aber nicht abgeben. „Da muss man jetzt erst einmal die Ergebnisse abwarten.“ Über dem Dorf sollen aber wieder Milane gesichtet worden sein. Ob es sich dabei auch um das seit dem Tod der Jungtiere vermisste Elternpaar handeln könnte, sei natürlich unklar.

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