Kommentar

Ulrich Metschies zum Lärm von Windkraftanlagen

Dass es in Schleswig-Holstein länger als in manchen anderen Bundesländern gedauert hat, die Empfehlungen einer Länderarbeitsgruppe für ein neues Schallprognoseverfahren in die Praxis umzusetzen, hat mehrere Gründe, von denen manche technischer oder juristischer Natur sein mögen.

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Größter Bremsklotz jedoch dürfte gewesen sein, dass die Umsetzung neuer Lärmregeln im Energiewendeland Nummer eins auf eine Gemengelage trifft, wie sie planerisch komplexer, politisch heikler und emotional aufgeladener nirgendwo sonst in Deutschland ausfällt. Die Landesplanung hinkt bei der Abarbeitung der 6500 Eingaben zu den neuen Windflächen dem Zeitplan bereits deutlich hinterher, der Ausbaustopp zieht sich weit ins Jahr 2019 hin, und das von Jamaika favorisierte Repowering an der Westküste steht auf juristisch tönernen Füßen. Und nun auch noch ein neues Schallprognoseverfahren mit kaum absehbaren Folgen für die Planung neuer und den Betrieb bestehender Anlagen – das macht es dem Land Schleswig-Holstein noch schwerer, seine Klimaziele zu erreichen.

Ob das neue Verfahren den Lärmschutz verbessert? Das hängt davon ab, wie das Land die Überwachung der Anlagen organisiert. Denn für Anwohner zählt nicht, wie viel Dezibel ein Prognoseverfahren berechnet, sondern wie viel Lärm tatsächlich zu Hause ankommt.

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