Albrecht besucht Nordfriesland

Umweltminister: Deiche schützen „bis Ende des Jahrhunderts“ vor Sturmfluten

Deichbauarbeiten sind am Deich neben dem Fähranleger zu sehen. Schleswig-Holstein hat beim Küstenschutz an der Nordsee nachgerüstet.

Deichbauarbeiten sind am Deich neben dem Fähranleger zu sehen. Schleswig-Holstein hat beim Küstenschutz an der Nordsee nachgerüstet.

Dagebüll. In Schleswig-Holstein können nach Angaben von Umweltminister Jan Philipp Albrecht Land und Leute auch bei einem Anstieg des Meeresspiegels von bis zu zwei Metern vor dem «Blanken Hans» geschützt werden. Mit dem derzeitigen Klimazuschlag und dem Konzept des Klimadeiches könne in zwei bis drei Bauphasen eine entsprechende Sturmflutsicherheit der Deiche erhalten werden, sagte der Grünen-Politiker bei einem Besuch am Freitag.

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Was er in Dagebüll zu sehen bekam: Der sogenannte Klima-Deich ist ein flacher Erdwall mit einer fünf Meter breiten Deichkrone an der Spitze. Er besteht aus einem Kern aus Sand mit einer bis zu zwei Meter dicken Abdeckung aus Kleiboden – das ist ein besonders schwerer und fester Boden, der zusätzlich noch durch Grasbewuchs gegen Wind- und Wassererosion gesichert wird.

Schleswig-Holstein ist ein flaches Land zwischen zwei Meeren. Seit rund eintausend Jahren schützten die Menschen hier ihr Leben und ihren Besitz mit Deichen. Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz liegt an der Nordseeküste etwa ein Viertel der Fläche weniger als fünf Meter über dem Meeresspiegel und könnte so bei einer extremen Sturmflut überschwemmt werden.

305 Kilometer Deich an der Nordseeküste

Um das zu verhindern, stehen an der Nordseeküste 305 Kilometer Deich an vorderster Front. Zusätzlich wird über die Hälfte der Küstenniederungen durch eine insgesamt rund 340 Kilometer lange dahinter liegende zweite Deichlinie geschützt.

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An der Ostseeküste schützen insgesamt 121 Kilometern Deich vor Überflutungen. Dazu kommen weitere Küstenhochwasserschutzanlagen wie zum Beispiel in den Gemeinden Scharbeutz und Timmendorfer Strand, wo auf einer Länge von fast zehn Kilometern Hochwasserschutzwände mit vorgelagerten Deckwerken beziehungsweise Sandcontainern die Sicherheit gewährleisten sollen.

Die Gefahr der Sturmfluten an der Elb-Mündung

Die Tideelbe ist an ihrer Mündung zwischen Friedrichskoog-Spitze und Cuxhaven mehr als 15 Kilometer breit. Sie ist durch die nach Nordwesten gerichtete Mündung besonders empfindlich für Sturmfluten aus westlichen Richtungen. Auf Schleswig-Holsteins Seite schützt eine rund 101 Kilometer lange geschlossene Deichlinie mit vier Sperrwerken an Stör, Pinnau, Krückau und der Wedeler Au das Hinterland vor Überflutung.

Hintergrund des Besuchs und der Äußerung des Ministers ist ein Sonderbericht des Weltklimarates IPCC, wonach Klimawandel und Erderwärmung dramatisch voranschreiten. So sollen die Eismassen an den Polen schneller schmelzen als bislang angenommen und die Meeresspiegel deutlicher steigen. „So alarmierend das Szenario ist: Mit unserer Küstenschutzstrategie sind wir grundsätzlich darauf vorbereitet“, sagte Albrecht. Bereits jetzt sei die Sturmflutsicherheit an den Küsten bis zum Ende dieses Jahrhunderts gewährleistet.

Von RND/dpa

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