Übung auf der Ostsee

USA starten großes Seemanöver in Kiel

Foto: Am Freitag treffen die ersten US Soldaten mit dem Führungsschiff "Mount Whitney" in Kiel ein. 

Am Freitag treffen die ersten US Soldaten mit dem Führungsschiff "Mount Whitney" in Kiel ein.

Kiel. Das Manöver Baltops 2019 hat in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf Schleswig-Holstein. Kiel wird erstmals seit 2011 wieder Start- und Endhafen. 56 Schiffe und Boote sowie dutzende Flugzeuge und Hubschrauber werden erwartet.

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Am Freitag wird in Kiel das Führungsschiff "Mount Whitney" der  6. US-Flotte aus dem Mittelmeer eintreffen. Die USA verlegen für das Manöver Einheiten aus dem Atlantik, dem Mittelmeer und auch dem Persischen Golf nach Kiel. Die Übung dauert vom 7. bis zum 21. Juni.

Premiere für die 2. US Flotte

Das von den USA ausgerichtete Seemanöver wird am 9. Juni in Kiel zum 47. Mal gestartet. In diesem Jahr ist aber einiges anders. Die Leitung hat erstmals die 2. US Flotte aus Norfolk von der amerikanischen Ostküste. Diese Flotte wurde erst vor einem Jahr nach mehrjähriger Pause wieder aktiviert - als Reaktion auf die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland.

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Der Befehlshaber ist Vizeadmiral Andrew Lewis. In diesem Jahr wird beim Manöver auch militärisches Großgerät aufgefahren: Trotz der Krise im Persischen Golf soll ein halbes Dutzend Schiffe der US Marine in die Ostsee verlegt werden. Insgesamt sind nach Informationen unserer Zeitung fast 50 Schiffe in der bisherigen Planung.

Landung an der Küste bei Hohwacht geplant

Admiral Lewis präsentierte die Pläne im April in Vilnius (Litauen). Höhepunkte werden bei dieser Übung große Landeoperationen sein, die auch in der Kieler- und der Hohwachter Bucht geplant sind. Dabei sollen in kurzer Zeit große Mengen Soldaten und Material an Land gebracht werden.

Bei diesen Manövern werden neben Spezialkräften aus den USA, Großbritannien und Spanien auch das Seebataillon der Deutschen Marine eine wichtige Rolle spielen. Lewis stellt in einer Mitteilung klar, dass es keine Übung der USA sei, auch wenn die 2. Flotte das Manöver ausrichtet.

Planung hat zwei Jahre gedauert

„Mit Baltops 2019 stärken wir unsere Beziehungen und verbessern die allgemeine Koordination und Interoperabilität zwischen unseren Verbündeten und Partnern in Friedens- und Konfliktzeiten“, so Lewis.

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Ein Kernelement ist deshalb die Einbindung einer Vielzahl unterschiedlicher Einheiten für unterschiedliche Aufgaben. Von der U-Bootjagd bis zur Seenotrettung. Mit dabei sind auch fast alle Nato-Staaten, von Norwegen bis zur Türkei. Die Planung für diese Übungen hatte fast zwei Jahre Vorlauf.

Spanien schickt Hubschrauberträger

So wird die britische Marine erstmals ihre neu formierte amphibische Kampfgruppe mit 17 Schiffen und Booten sowie fast 4000 Soldaten schicken. Darunter auch das Flottenflaggschiff „Albion“. Mit modernem Großgerät reist auch Spanien an. Der Hubschrauberträger „Juan Carlos 1“ wird zusammen mit einer Fregatte in die Ostsee kommen. Die USA werden ebenfalls fast 3000 Soldaten und sechs Schiffe schicken, darunter auch zwei Zerstörer.

Die deutsche Marine steigt ebenfalls mit einem Großaufgebot ins Manöver ein. Die Korvette „Erfurt“, die Versorger „Bonn“ und „Berlin“, der Tender „Donau“, der Tanker „Rhön“, ein U-Boot sowie das Minenjagdboot „Dillingen“ aus Kiel sowie Hubschrauber und Aufklärungsflugzeuge mit zusammen mehr als 600 Frauen und Männern an Bord sind an der Übung beteiligt.

Fast alle großen Schiffe kommen bereits über Pfingsten nach Kiel und Eckernförde. Kiels Stützpunktkommandeur, Fregattenkapitän Alexander Koch, plant mit seinem Team bereits seit Monaten die Unterbringung der Schiffe. Viele Einheiten werden auch zur Kieler Woche in Kiel erwartet.

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