Schüsse in Bargteheide

Verteidigung bezweifelt Mordabsicht

Foto: Der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Bargteheide wegen Mordes an seiner Ex-Freundin wird am 27.05.2019 in Lübeck fortgesetzt. Er soll im August 2016 seine ehemalige Lebensgefährtin in einen Hinterhalt gelockt und mit drei Schüssen getötet haben.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Bargteheide wegen Mordes an seiner Ex-Freundin wird am 27.05.2019 in Lübeck fortgesetzt. Er soll im August 2016 seine ehemalige Lebensgefährtin in einen Hinterhalt gelockt und mit drei Schüssen getötet haben.

Lübeck/Bargteheide. Im Indizienprozess um die Todesschüsse auf eine junge Frau in Bargteheide im Jahr 2016 hat die Verteidigung am Montag der Beweiswürdigung der Staatsanwaltschaft widersprochen. Verteidiger Manfred Achterberg stellte in seinem Plädoyer vor dem Lübecker Landgericht aber keinen eigenen Strafantrag.

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Der Angeklagte gehe von fahrlässiger Tötung aus, sagte der Verteidiger. Da es keinerlei Beweise, Videos oder Fotos gebe, müsse man seinen Angaben als Möglichkeit folgen und im Zweifel für ihn entscheiden. Im Falle einer Verurteilung wegen Totschlags sei zu berücksichtigen, dass die Steuerungsfähigkeit des kokainsüchtigen Mannes durch Kontrollverlust deutlich eingeschränkt gewesen sei. Das Gericht will das Urteil am 6. Juni 2019 (9.30 Uhr) verkünden.

Polizei nahm Mann auf Campingplatz fest

Der Angeklagte hatte im Prozess erklärt, er habe sich selbst umbringen wollen. Als er durch seine Wohnungstür in den Flur eintrat, sei seine Ex-Partnerin dagewesen. Sie habe ihm die Waffe entwinden wollen. Im Gerangel sei es dann zu den Schüssen gekommen. Der Angeklagte rief noch den Notruf. Dann flüchtete er zu einem Kumpel auf einen Campingplatz. Dort nahm ihn die Polizei fest.

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Ankläger Nils-Broder Greve verlangte erneut eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe seien erfüllt. Der Angeklagte habe seine Ex-Freundin im August 2016 in einen Hinterhalt gelockt und sie in seiner Wohnung mit drei Schüssen getötet. Auch die Eltern des Opfers gehen als Nebenkläger von Mord aus. Für sie sei die Situation unerträglich, weil sie seit Jahren nicht mit dem Fall abschließen könnten, sagte ihr Rechtsanwalt.

Dritter Anlauf im Todeschüsse-Prozess

Es ist bereits der dritte Anlauf des Lübecker Landgerichts, den gewaltsamen Tod der jungen Frau juristisch aufzuarbeiten. Ein erstes Urteil hob der Bundesgerichtshof im November 2017 wegen eines Formfehlers auf. Damals war der Angeklagte zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Zuvor war der erste Prozess geplatzt, weil ein Verteidiger erkrankte.

Von KN/dpa

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