Erlaubnis erteilt

Weg für AKW-Abriss in Brunsbüttel frei

Foto: Das AKW Brunsbüttel ist infolge von Pannen bereits seit gut elf Jahren vom Netz. Jetzt wird es abgerissen - was gut 15 Jahre dauern wird.

Das AKW Brunsbüttel ist infolge von Pannen bereits seit gut elf Jahren vom Netz. Jetzt wird es abgerissen - was gut 15 Jahre dauern wird.

Kiel. Dem geplanten Abriss des Kernkraftwerks Brunsbüttel an der Elbmündung steht auf politischer Ebene nichts mehr im Weg. Schleswig-Holsteins für Atomenergie zuständiger Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) überreichte Betreiber Vattenfall am Freitag die 700 Seiten umfassenden Unterlagen seiner Behörde. "Der Atomausstieg wird nun auch in Schleswig-Holstein für jedermann sichtbar", sagte der Politiker. Auf diesen Moment hätten viele Menschen seit Jahren gewartet. Der Meiler werde "endlich abgebaut".

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Vattenfall-Regionalchef Pieter Wasmuth sagte, "der Rückbau eines Kernkraftwerks ist eine technisch gelöste Aufgabe". Mit der Genehmigung gehe das Kraftwerk vom Nachbetrieb in die Stilllegung über. Der Abriss der Anlage wird nach Ministeriumsangaben voraussichtlich 15 Jahre dauern. Danach werden dort voraussichtlich noch ein Zwischenlager für Kernbrennstoffe und ein neues Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle stehen.

Kraftwerk seit mehr als elf Jahren nicht mehr am Netz

Das AKW Brunsbüttel war 1976 ans Netz gegangen, infolge von Pannen wurde es aber bereits vor mehr als elf Jahren vom Netz genommen. Nach der Fukushima-Katastrophe von 2011 wurde seine dauerhafte Stilllegung beschlossen. Seitdem befand sich die Anlage nur noch im sogenannten Nachbetrieb. Dabei trafen Mitarbeiter bereits Vorbereitungen für eine Stilllegung.

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In der ersten Abbauphase sollen nicht mehr benötigte Anlagenteile abgebaut werden. Dazu gehören Behälter, Rohrleitungen, Armaturen, elektronische Komponenten, aber auch der Deckel und die Einbauten des Reaktordruckbehälters. Der Strahlenschutz habe bei den Arbeiten oberste Priorität, sagte Albrecht. In dem vor mehr als 40 Jahren in Betrieb gegangenen Atommeiler befände sich erhebliches Inventar an radioaktiven Stoffen.

Weitere Einzel-Genehmigungen werden im Verlauf nötig

Das AKW in Brunsbüttel hat eine Masse von ungefähr 300 000 Tonnen. Rund 90 Prozent davon sind Bauschutt und gelten als unbelastet. Dazu gehören Gebäude, Fundamente und Rohrleitungen, die weitab vom Reaktor liegen. Ein Teil davon soll beispielsweise im Straßen- und Brückenbau wiederverwendet werden. Rund weitere 20 000 bis 30 000 Tonnen schwach radioaktive Abfälle sollen "dekontaminiert" werden, zum Beispiel durch Abschrubben, Abfräsen, Abspülen mit Zitronensäure oder Reinigen mit einem Hochdruckreiniger.

Für einzelne Abbauschritte ist später noch eine weitere Genehmigung nötig. Darunter fällt vor allem der Abriss des Reaktordruckbehälters. Für das Genehmigungsverfahren berechnet das Land Schleswig-Holstein dem AKW-Betreiber eine Gebühr von einer Million Euro.

Nur das AKW Brokdorf ist im Norden noch am Netz

Irgendwann in den 2030er-Jahren soll am AKW-Standort wieder eine grüne Wiese sein. Von den beiden anderen Reaktoren im nördlichsten Bundesland ist der Atommeiler Krümmel auch vom Netz. Das AKW Brokdorf produziert dagegen noch Strom.

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Von RND/dpa

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