Gutes tun im Advent

Wie Holstein-Profi Stefan Thesker den Hodenkrebs besiegte

Stefan Thesker ist Innenverteidiger bei Holstein Kiel. Vor sechs Jahren erkrankte er an Hodenkrebs.

Stefan Thesker ist Innenverteidiger bei Holstein Kiel. Vor sechs Jahren erkrankte er an Hodenkrebs.

Kiel. Zuerst war da nur ein komisches Gefühl. Vor rund sechs Jahren, als Stefan Thesker durch Zufall einen merkwürdigen Knubbel an seinem Hoden ertastet. Wenig später stellt sich heraus: Thesker, heute Profispieler bei Holstein Kiel, hat Hodenkrebs.

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4000 Männer erkranken in Deutschland jährlich an Hodenkrebs

Thesker war damals 24 Jahre alt. Jung für eine Krebserkrankung – bei Hodenkrebs aber nicht ungewöhnlich. Hodenkrebs ist bei Männern im Alter von 20 bis 45 die am häufigsten auftretende bösartige Tumorerkrankung, erklärt Prof. Axel Merseburger, Leiter der Klinik für Urologie am UKSH Lübeck. Jährlich erkranken in Deutschland rund 4000 Männer daran.

„Hodenkrebs ist zum Glück ein sehr gut heilbarer Krebs“, sagt Merseburger. Insbesondere dann, wenn man die Erkrankung frühzeitig entdeckt. So wie Stefan Thesker. In dem Winter vor sechs Jahren wechselt er zum niederländischen Verein Twente Enschede. Weil er nur 30 Kilometer entfernt aufgewachsen war, wohnt er wieder zu Hause. Und erzählt seiner Mutter, die als Krankenschwester arbeitet, von dem komischen Gefühl.

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Holstein Kiel: Profi Stefan Thesker erfolgreich operiert

Sie macht ihm einen Termin bei einer Urologin. Sicher ist sicher, lieber einmal checken. Eine gute Entscheidung. Drei Tage nach der Untersuchung wird Thesker erfolgreich operiert, der erkrankte Hoden entnommen. Danach beginnt eine sich ewig anfühlende, mehrtägige Wartezeit im Krankenhaus. Nun wird untersucht, ob der Krebs schon gestreut hat.

„Das war eine sehr harte Zeit. Ich gucke in den Spiegel, sehe einen gesunden Mann und bin womöglich todkrank“, sagt Thesker. „Wenn es, mal übertrieben gesagt, um Leben oder Tod geht, merkt man erst, wie unwichtig alles andere ist.“

Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein ruft zum Selbstcheck auf

Thesker hat Glück. Er war rechtzeitig beim Arzt. Eine Chemotherapie muss er im Anschluss nicht machen – sie hätte seine Fußballerkarriere wohl beendet. Es folgen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in den ersten zwei Jahren nach der Operation. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkehrt, liegt in dieser Zeit bei zehn Prozent. Der Krebs kommt nicht wieder – und Thesker gilt als geheilt.

So können Sie spenden

Der Verein KN hilft ruft in diesem Jahr zu einer Spendensammlung für die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein im Verbreitungsgebiet der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung auf. Dafür ist das Spendenkonto – Stichwort Gutes tun im Advent – bei der Förde Sparkasse eingerichtet: DE 05 2105 0170 1400 2620 00. Möchten Sie nicht, dass Sie als Spender in der Zeitung erwähnt werden, schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck „kein Name“. Möchten Sie eine Spendenbescheinigung, vermerken Sie bitte „Spendenbescheinigung“ und Ihre Adresse. Alle Spenden, die bis Ende des Jahres für „Gutes tun im Advent“ auf dem Konto eingehen, werden an die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein überwiesen. Damit werden zusätzliche Hilfen für von Krebs betroffene Familien finanziert.

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Die Entdeckung, dieses komische Gefühl – bei Thesker war es ein reiner Zufall. Doch seine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper zu achten. Die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein ruft deswegen mit einer Kampagne regelmäßig Jungen und Männer zur Selbstuntersuchung auf. Das Motto: "Check dich selbst! Gib Hodenkrebs keine Chance!"

Regelmäßiges Abtasten des Hodens ist wichtig, um Krebs früh zu entdecken

Axel Merseburger rät insbesondere Männern zwischen 16 und 45 Jahren, alle ein bis zwei Monate den Hoden abzutasten. „Meistens erkennt man den Krebs durch eine Verhärtung des Hodens, ein Größerwerden oder dass es auf einer Seite schmerzt“, sagt er. „In so einem Fall sollte man ganz schnell zum Arzt gehen.“ Denn ein Hodentumor kann sich schnell vergrößern.

„Wenn ihr nur annäherungsweise das Gefühl habt, dass etwas nicht normal ist, lasst euch kontrollieren“, sagt auch Thesker. Ab 45 können Männer außerdem im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung jährlich eine kostenlose Untersuchung der Geschlechtsorgane durchführen lassen. Schamgefühle? Unbegründet. „Wir sehen Hoden mehrfach am Tag, das ist für uns nichts Spannendes“, sagt Urologe Merseburger.

Trotz Hodenkrebs: Stefan Thesker kann Kinder bekommen

Theskers Geschichte zeigt, wie man die Erkrankung durch eine frühzeitige Erkennung überwindet. Der Holstein-Profi ist heute von seiner damaligen Erkrankung nicht mehr beeinträchtigt. Auch Kinder kann er noch bekommen, weil nur ein Hoden während der Operation entfernt werden musste. Eine Erfolgsgeschichte – ausgelöst durch ein einfaches, rechtzeitiges Abtasten.

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Weitere Informationen zur richtigen und frühzeitigen Erkennung von Hodenkrebs gibt es unter www.checkdichselbst.de.

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