Nach Olympia-Quali

Alfred Gislason erhält ausländerfeindlichen Drohbrief

Handball-Nationaltrainer Alfred Gislason wurde nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation mit der Handball-Nationalmannschaft ausländerfeindlich bedroht und machte das Schreiben öffentlich.

Handball-Nationaltrainer Alfred Gislason wurde nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation mit der Handball-Nationalmannschaft ausländerfeindlich bedroht und machte das Schreiben öffentlich.

Wendgräben. Gislason selbst machte den Brief im sozialen Netzwerk Instagram öffentlich, postete zunächst ein Bild des Inhalts. Der ist eindeutig ausländerfeindlich.

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"Wir sind alle deutsch und wünschen uns auch einen deutschen Trainer für die Handballmannschaft", steht darin. In dem mit Rechtschreibfehlern gespickten Schreiben heißt es weiter: "Ihr blödes Gehabe am Spielfeldrand geht einem schon auf die Nerven."

Lesen Sie auch: Alfred Gislason, der mit dem Spiel tanzt

Der Brief schließt mit der Drohung: "Sollten Sie das Amt nicht niederlegen, werden wir sie mal auf ihrem Grundstück aufsuchen. Mal sehen, was aus ihrem Anwesen dann wird. Wir warten ab."

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Der 61-jährige Gislason, der bereits als Spieler fünf Jahre in der Bundesliga für TUSEM Essen auflief und später als Trainer - unter anderem elf Jahre lang beim THW Kiel - eine der prägendsten Figuren im deutschen Handball wurde, schrieb dazu: "Nach insgesamt knappen 30 Jahren in Deutschland das erste Mal, dass ich in diesem großartigen Land bedroht wurde."

Etwas später veröffentlichte er noch ein Bild vom Briefumschlag, verbunden mit der Frage: "Vielleicht erkennt jemand die Handschrift meines "Fans"?"

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Welle der Solidarität

Die Beiträge lösten unmittelbar eine Welle der Solidarität für den Erfolgstrainer aus. Viele Fans zeigten sich in ihren Kommentaren wütend und empört und stärkten dem Isländer den Rücken.

Auch der THW Kiel, mit dem Gislason insgesamt 21 Titel gefeiert hatte, schrieb: "Leider nehmen diese Subjekte immer mehr Raum ein - lass dich nicht unterkriegen, Alfred!"

Mit trockenem Humor reagierte Nationaltorwart Silvio Heinevetter. "Das Grundstück findet doch eh keiner.", schrieb er. Gislason lebt in der Nähe von Magdeburg auf einem ländlich gelegenen und selbst bewirtschafteten Grundstück.

DHB Kündigt rechtliche Schritte an

Mit Entsetzen reagierte Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes. Mit Blick auf Gislason sagte er dem Sportinformationsdienst: "Wer ihn angreift, greift den gesamten deutschen Handball an." Er kündige zudem an: "Wir werden auf jeden Fall rechtliche Schritte einleiten."

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