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CFA Twisters

Kieler Cheerleader auf dem Abflug nach Orlando

Die CFA Twisters des Kieler MTV mit Trainerin Aylin Yilmaz (Mitte).

Die CFA Twisters des Kieler MTV mit Trainerin Aylin Yilmaz (Mitte).

Kiel. One, two, three, four – laut hallt der Countdown durch die Halle. Aber es beginnt kein neuer Song in einem Springsteen-Konzert. Emelie, Nisa und Lina fliegen hoch in die Luft. One, two, three four! Noch einmal zählt Trainerin Aylin Yilmaz den nächsten Stunt an. Der nächste Flug beginnt. Nur eine Kurzstrecke. Die Langstrecke kommt erst noch, denn die CFA Twisters (CheerForce Athletics) – die Cheerleader des Kieler MTV – haben sich für „The Summit 2023“ in Orlando im US-Bundesstaat Florida qualifiziert.

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„The Summit“ – das große Finale der Varsity-Wettbewerbsreihe im April 2023. Cheerleading-Gruppen aus der ganzen Welt und die Twisters sind dabei. Längst hat die Arbeit an der nächsten Zweieinhalb-Minuten Choreographie begonnen. Aylin Yilmaz steht in der Halle, gibt Kommandos. Radschlagend zischen ihre Schützlinge im Alter zwischen acht und 15 Jahren an ihr vorbei. So richtig können sie ihr Glück noch gar nicht fassen.

Auf einmal hatten die Twisters in der Kategorie Level zwei die Quali für Orlando sicher

„Wir dachten zuerst, dass man uns bei der Siegerehrung vergessen hat“, erinnert sich die 28-jährige Trainerin und lacht verschmitzt. Das war in Hamburg bei der „Summer All Level Championship Nord“, und als von hinten nach vorne ein Team nach dem anderen aufgerufen wurde, kamen die Twisters erst fast am Ende, als Platz zwei genannt wurde. Dabei sollte die Performance in Hamburg „nur eine Generalprobe für die Landesmeisterschaften im November sein“, sagt Yilmaz. Auf einmal hatten die Juniors in der Kategorie Level zwei (Schwierigkeitsgrade 0 bis 6) die Orlando-Quali in der Tasche.

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2005 schlossen sich die Twisters – gekommen von den Baltic Hurricanes – dem Kieler MTV an. Heute sind 60 Cheerleader bei den PeeWees (5-10 Jahre), Juniors (bis 15) und Seniors dabei. Ab einem Alter von acht Jahren darf, ab elf muss man ein Junior werden. Für Aylin Yilmaz, die vorher die PeeWees trainierte, ist es das erste Jahr mit den Juniors. „Ich mag am Cheerleading den Teamgeist. Man funktioniert nur als Team, ist gezwungen, zuverlässig zu sein. Das hat mich im Leben weitergebracht“, sagt die Erzieherin.

Das Tempo in der Sporthalle der Ricarda-Huch-Schule nimmt zu. Noch einmal: One, two, three, four! Die berühmten Cheerleader-Pompons sind im Auto geblieben. Denn Cheerleading ist nicht nur Show, buntes Beiwerk wie oftmals in den US-Profiligen, sondern Sport, Akrobatik, Tanz. Die Jumps sitzen, die Stunts passen auf die Sekunde genau. Emelie, Nisa und Lina fliegen wieder. Und trotzdem müssen die Twisters ihren Sport oft erklären. „Manchmal werde ich nicht gefragt ,was macht ihr?’, sondern nur ,wen feuert ihr an?’“, sagt die 15-jährige Adaeze Ossua. Die Schülerin vom Gymnasium Wellingdorf ist seit zwei Jahren bei den Twisters. „Jeder hier kann sein, wie er ist.“ Emma Ehlers ist sogar schon seit sieben Jahren ein Twister. Die Freude über die Qualifikation für Orlando kann die 16-Jährige vom Beruflichen Gymnasium in Preetz „noch gar nicht in Worte fassen“.

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Weil in Hamburg Pyramiden, Jumps, Stunts saßen, der Gesamteindruck stimmte und nur die RFC Wild Cards (96,99 Punkte) aus Bachem vor den Twisters (95,64) landeten, startet der Langstreckenflieger im April 2023 in Richtung Florida mit 18 Cheerleadern, Trainerinnen, Seniors und Eltern an Bord. Insgesamt will die Gruppe mit 60 Teilnehmern am Wettbewerbsort im Walt Disney World Resort ihre Zelte aufschlagen. Der Haken: Platz eins bekommt den Trip für Athletinnen und Trainerinnen bezahlt. Platz zwei muss selbst tief in die Tasche greifen – eine vierstellige Summe pro Person.

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Die Suche nach Sponsoren und Förderern hat begonnen

Also werden die Pompons regelmäßig doch ausgepackt, versuchen die Twisters, bei Auftritten Spenden zu sammeln, kleine Gagen einzunehmen, suchen nach möglichen Förderern und Unterstützern. Längst hat sich das Image des Sports gewandelt. „Die Akrobatik, das Stunten sind schon die Hauptmerkmale. Turnen kommt immer mehr hinzu. Das ist Sport! Wir wollen die Stimmung rüberbringen, aber es geht nicht darum, nur schön auszusehen“, sagt Aylin Yilmaz. Auch der CCVD (Cheerleading und Cheerperformance Verband Deutschland) rät in seinen Image-Richtlinien von bauchfreien Oberteilen und übertriebenem Make-up ab. Bei den PeeWees sowieso.

One, two, three, four – Emelie, Nisa und Lina heben ab. Noch einmal, in der Sporthalle der Ricarda-Huch-Schule. Schön aussehen tut es trotzdem, wenn die drei mit weit ausgebreiteten Armen in der Luft schweben. Im nächsten Jahr mit der ganzen Gruppe – nach Orlando in Florida. Dabei war das doch erst die Generalprobe.

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