Fußball-Oberliga

Coronafälle: Topspiel SV Eichede gegen SV Todesfelde vor der Absage

Todesfeldes Emanuel Bento (li.) stoppt beim 1:1 im Hinspiel Eichedes Spielmacher Mika Clausen. Die zweite Auflage des Oberliga-Spitzenspiels droht auszufallen.

Todesfeldes Emanuel Bento (li.) stoppt beim 1:1 im Hinspiel Eichedes Spielmacher Mika Clausen. Die zweite Auflage des Oberliga-Spitzenspiels droht auszufallen.

Todesfelde. Das Spitzenspiel der Fußball-Oberliga steht vor der Absage. „Jetzt haben auch wir Coronafälle in der Mannschaft, Tendenz steigend“, sagt Sven Tramm, Trainer des SV Todesfelde, dessen Mannschaft laut Plan am Sonntag beim SV Eichede antreten soll. In Eichede grassiert das Virus schon einige Tage länger. Die am vergangenen Sonntag angesetzte Partie bei Preußen Reinfeld wurde bereits abgesetzt.

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„Wir haben in der ersten und zweiten Mannschaft mehrere bestätigte Infektionen. Außerdem haben einige Spieler zwar einen negativen Test, klagen aber über Symptome“, wird Eichedes Vorsitzender Olaf Gehrken im Hamburger Abendblatt zitiert. „Wir sehen leider keine Grundlage, am Sonntag gegen Todesfelde spielen zu können.“

Noch wurde das Gipfeltreffen zwischen den Mannschaften, die beide den Aufstieg in die Regionalliga Nord als Ziel haben, nicht abgesetzt. Aber das dürfte nur eine Frage von Stunden sein. SV Todesfeldes Teammanager Timo Gothmann befindet sich im Austausch mit den Eichedern und dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband. „Eichede will den Antrag auf Verlegung stellen, wir würden dem zustimmen“, erklärt Gothmann.

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Das Zeitfenster, um Spiele nachzuholen, ist klein. Meister- und Abstiegsrunde sollen bereits am Wochenende 2./3. April beginnen. Eine Schlüsselrolle spielt Preußen Reinfeld. Während Eichede und Todesfelde, beide längst für die Meisterrunde qualifiziert, ihre Begegnung problemlos später in der Saison austragen können, ist offen, wo die Reinfelder nach der Qualifikation – die eigentlich am kommenden Wochenende abgeschlossen sein sollte – antreten werden. Das Team, ebenfalls von Corona betroffen, besitzt eine Chance auf das Erreichen der Meisterrunde. Sollte die Partie am Sonnabend bei Eutin 08 nicht spielfähig sein, wird es eng mit den Terminen.

Trainer Tramm: „Amateurfußball ist und bleibt ein Hobby“

Die Situation verschärft sich dadurch, dass die aktuell vorherrschende Omikron-Virusvariante den Impfschutz offensichtlich fast mühelos durchbricht. „Die Erkrankungen verlaufen bei Geimpften mit Boosterung zum Glück selten schwer, trotzdem ist damit nicht zu spaßen“, sagt Tramm. „Man darf nie vergessen, dass wir Amateurfußball spielen. Zwar ambitioniert, aber es ist und bleibt ein Hobby.“

Kein Spieler, so Tramm, würde den Lebensunterhalt für sich und seine Familie mit Fußball verdienen. Das Risiko, sich beim Sport zu infizieren, müsse so gering wie möglich gehalten werden. Der Neversdorfer betont einen weiteren Aspekt: „Im Profibereich werden die Fußballer nach Abklingen der Infektion gründlich durchgecheckt bevor entschieden wird, ob sie gleich wieder voll belastbar sind. Bei uns Amateuren kann man nur hoffen, dass sich die Spieler bei ihrem Hausarzt untersuchen und beraten lassen.“

Spieler vor sich selbst schützen

Tramm spricht von einer enormen Verantwortung, die ein Trainer trägt: „Natürlich willst du immer die möglichst beste Elf auf den Platz bringen. Aber derzeit sollte man sehr vorsichtig sein und die Jungs auch vor sich selbst schützen.“ Gothmann stimmt ihm zu: „Gleich nach überstandener Infektion in ein Spiel wie gegen Eichede gehen und dort 100 Prozent Leistung abliefern, das passt einfach nicht. Das Risiko etwaiger Spätfolgen einzugehen, ist das Hobby Fußball dann auch nicht wert.“

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Dass die Corona-Pandemie noch einmal derart Fahrt aufnimmt wie in den vergangenen Wochen, hätte Gothmann nie gedacht: „Ich war überzeugt, die Welle würde im Frühjahr abklingen. Stattdessen steigt die Zahl der gemeldeten Infektionen jeden Tag in Dimensionen, wie wir sie in den zwei Jahren zuvor nie hatten.“

Vor diesem Hintergrund sorgen sich Gothmann und Tramm um die laufende Saison. „Corona werden wir so schnell nicht los“, sagt Tramm. „Momentan schließe ich nicht aus, dass die Verbände komplette Spieltage absetzen werden. Wie man dann durch die Runde kommen und werten will, ist mir ein Rätsel. Ich bin gespannt, was noch so alles auf uns zukommt.“

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