12mR-Kiel-Trophy

Eine Regatta wie ein Gemälde

Foto: Zwölfer auf der Innenförde.

Klassische Schönheiten im Glitzerlicht: Die 12mR-Jachten machten das sonnige Wochenende in Kiel noch ein bisschen schöner. Wie hier am Start flog die „Wings“ (li.) der Konkurrenz davon und sicherte sich den Gesamtsieg.

Kiel. Weil die Integration in die Kieler Woche in diesem Jahr nicht möglich war, setzten die eleganten Schiffe erstmals in einer ganz eigenen Veranstaltung die Segel. „Das ist logistisch aufwändig, aber den Zwölfern angemessen“, sagte Wettfahrtleiter Eckart Reinke. „Die Zwölfer gehören einfach hierher.“

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In der traditionell von unerwarteten Winddrehern heimgesuchten Innenförde waren die Bedingungen am Freitag und Sonnabend bei bis zu 25 Knoten „an der Grenze, aber völlig in Ordnung“ (Reinke), der Sonntag bot zum Abschluss Leichtwind und deutlich weniger Tempo. „Das waren sehr schöne Segeltage“, sagte auch Ragna Thönnessen, auf der „Sphinx“ einzige Steuerfrau im Feld.

Knapp 80 Jahre, viele Geschichten

Ihr Schiff hat wie alle Zwölfer eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach ihrem Stapellauf am 28. April 1939 segelte die „Sphinx“ bis in die 1950er Jahre hinein erfolgreich auf den Regattabahnen, ging dann 1958 in den Besitz der Bundesmarine über. Nach fast 50 Jahren im Dienst der Marineschule Flensburg-Mürwik kaufte ein Flensburger Eignertrio die „Sphinx“, restaurierte sie und wandelte sie wieder in einen regattatauglichen Klassiker. „So ein Boot zu segeln, hat einen ganz anderen Charakter als bei einem modernen Boot“, erklärte Thönnessen. „Es ist eine alte Dame, die man lieb gewinnt.“ Kein Wunder also, dass die Nervosität an Bord steigt, wenn es auf der Bahn eng wird. „Da hat man ein ganz anderes Auge drauf, weil das Boot so schön und auch so wertig ist“, sagte Thönnessen.

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Freunde auf der "Wings": mehr als nur eine Crew

Ebenfalls im „Sicherheitsmodus“ unterwegs war an den ersten beiden Tagen die „Wings“. „Wir sind bei dem starken Wind ohne Spinnaker gesegelt, wollten nichts riskieren“, erklärte Axel Skafte-Holm. „Aber wir haben gezeigt, dass ,Wings’ auch in anspruchsvollen Bedingungen gut und schnell segeln kann.“ Das 1937 gebaute und 2007 restaurierte Boot ist seit 2017 im Besitz eines dänisch-finnischen Konsortiums, auch die Crew ist gemischt. „Das klappt super, wir sind mehr als eine Crew“, sagte Skafte-Holm. „Es hat sich eine echte Freundschaft entwickelt, und das schlägt sich auf der Bahn nieder.“ Der Lohn war der Gesamtsieg in Kiel und damit die Maximalpunktzahl in der „Waypoint“-Wertung auf dem Weg zur WM 2019, einer dreijährigen Vorbereitungsserie mit zwölf Rennen auf der ganzen Welt.

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