Voltigieren

Eine unerwartete Reise

Foto: Jacqueline Lux und Wallach Alf auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Boostedt vor der Abfahrt nach Le Mans.

Jacqueline Lux und Wallach Alf auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Boostedt vor der Abfahrt nach Le Mans.

Boostedt. An Maisfeldern und Biogasanlagen vorbei geht es zur Anlage des Reit- und Fahrvereins Boostedt. Hier, auf einer schattigen Koppel, hinter einem alten Stall, aus dessen Regenrinne Gras wächst, ist das Zuhause des 13 Jahre alten Wallachs Alf. Genau wie dieser Ort kennt Alf nur einen Zustand: Ruhe. Trotzdem oder genau deswegen herrscht um das Pferd nun großer Trubel.

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Am Dienstag hat sich Alf auf eine 16-stündige Fahrt nach Le Mans in Frankreich aufgemacht, um mit dem Team USA ab Donnerstag an der Junioren-Voltigier-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Eine unerwartete Reise für das Pferd und seine Besitzerin, die 29-jährige Kielerin Jacqueline Lux, die als Longenführerin mit zur WM fährt.

Wie kommt es zu dieser ungewöhnlichen Geschichte? Die USA suchten ein Gruppenpferd für die Voltigier-WM in Europa. Das Team wird vom dreifachen deutschen Voltigier-Weltmeister Christoph Lensing trainiert. Über mehrere Ecken wurde schließlich Jacqueline Lux angesprochen. „In der Voltigierszene kennt man sich“, sagt sie.

Vor gut zwei Wochen fuhren Jacqueline Lux und Alf mit dem US-Team zu einem Turnier in Schweden. Die Mannschaft castete noch zwei andere Pferde, doch die Wahl fiel auf Alf. Der Wallach gilt in Boostedt mit seiner Ruhe und Gelassenheit als das perfekte Lehrpferd für die A-Gruppe, die zum ersten Mal ihre Kür im Galopp turnt.

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Aber auch die Profis haben es auf ihm leicht. „Er hat eine sehr ruhige Galoppade und viel Platz auf dem Rücken“, sagt Lux über ihr Pferd, das sie alleine an der Longe ausgebildet hat und auf dem sie sonst die Voltigier-Gruppe in Boostedt trainiert. In den vergangenen zwei Wochen haben acht US-Turnerinnen zwischen zehn und 17 Jahren ihre Gruppenkür mit Alf geübt, dafür in Hohenlockstedt Quartier bezogen.

„Freudig aufgeregt“ ist Lux vor der Abfahrt nach Frankreich. Auch sie als Longenführerin wird von der Jury bewertet. „Es sind unsere ersten gemeinsamen internationalen Turniere. Die nicht mit dem eigenen Team zu bestreiten, ist schon merkwürdig.“ Am Mittwoch reist sie ihrem Wallach hinterher, der mit einer Pferdespedition einen Tag früher gefahren ist. Sorgen wegen der langen Tour macht sie sich keine: „Alf hat so ein ruhiges Gemüt.“

Alfs offizieller Name lautet im Übrigen „Goldjunge“. Ein gutes Omen für die US-Amerikanerinnen, die bei der WM eine Medaille anpeilen.

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