Handball

Schwindelgefahr beim THW Kiel vor Champions-League-Auftakt

Kiel. Jubiläums-Saison, Spiel der Woche – in Kiel hebt sich heute der Champions-League-Vorhang zum 25. Mal für die Handballer des THW Kiel. Zum Auftakt der 30. Königsklassen-Saison empfängt der Vorjahres-Dritte den norwegischen Meister Elverum Håndball (18.45 Uhr, Liveticker auf KN-online). Ein verhältnismäßig seichter Einstieg in eine Gruppenphase, die es in dieser Saison wirklich in sich hat.

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Das erwartet den THW Kiel in der Gruppe B

Nicht ohne Grund sagt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi: „Das ist wahrscheinlich die stärkste Gruppe in der Geschichte der Champions League.“ Denn schon in der frühen Phase des Wettbewerbs kommt es zu einer Art Final-Four-Revival: Mit dem FC Barcelona, Kielce und dem THW Kiel sind hier die Top drei der vergangenen Saison vertreten. Der ungarische Meister Pick Szeged will mit großer Kontinuität und nur einem Wechsel im Kader zum ersten Mal ins Final Four (17./18. Juni 2023) einziehen und in Aalborg startet der dänische Superstar Mikkel Hansen nach seinem Wechsel aus Paris zurück in die Heimat einen weiteren Anlauf, seinen ersten Champions-League-Titel zu gewinnen.

Komplettiert wird die Gruppe vom französischen Vizemeister HBC Nantes, der – genau wie RK Celje – im Vorjahr in der European League eine internationale Spielklasse tiefer antrat. Und vom norwegischen Meister Elverum Håndball, einer skandinavischen Talentschmiede, wo unter anderem THW-Neuzugang Eric Johansson vor seinem Wechsel zum THW Kiel zu dem Format heranwuchs, mit dem er nun im Zebra-Trikot glänzt. „Sie werden mit einem großem Erfolgshunger und ganz viel Tempo hierher kommen“, sagt der 22-jährige Schwede über seine ehemaligen Teamkollegen. „Elverum hat definitiv vor niemandem Angst.“

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Jicha: Gruppenphase ist Schlüssel zum Final Four

Das gilt auch für den THW Kiel, auch wenn Trainer Filip Jicha angesichts der Konkurrenz in der Gruppe sagt: „Da wird einem ein bisschen schwindelig.“ Das Final Four in Köln bezeichnet er als „großen Traum“. „Und“, so der Zebra-Coach, „der Schlüssel dazu liegt in der Gruppenphase.“ Hintergrund: Die Gruppenersten und -zweiten überspringen eine K.o.-Runde und haben im Viertelfinal-Rückspiel Heimrecht. „Das ist der einzige kleine Vorteil, den wir uns selbst erspielen können. Gegen Elverum ist es also unsere Aufgabe, einfach zu punkten“, sagt der 40-Jährige.

Die Favoriten

Nachdem der FC Barcelona trotz Umbruchs auf der Trainer-Position im ersten Amtsjahr von Carlos Ortega als erste Mannschaft in Köln ihren Titel verteidigen konnte, gelten die Katalanen auch dieses Jahr wieder als Top-Favorit auf die Champions-League-Trophäe. Zumal sie sich mit Jonathan Carlsbogård (TBV Lemgo Lippe/Rückraum links), Hampus Wanne (SG Flensburg-Handewitt/Linksaußen) und Emil Nielsen (HBC Nantes/Tor) noch einmal verstärkt haben.

Doch auch der im Finale 2022 unterlegene polnische Meister KS Kielce hat gut eingekauft. Dort kamen Nedim Rémili und Benoit Konkoud von Paris Saint-Germain als Verstärkung für die rechte Seite des ohnehin breit und hochkarätig besetzten Kaders von Trainer Talant Dujshebaev. Zum Favoritenkreis zählt traditionell auch Telekom Veszprém. Siebenmal in den vergangenen neun Jahren schafften die Ungarn, die in der Meisterschaft zuletzt zweimal Pick Szeged den Vortritt lassen mussten, die Qualifikation für Köln. Auf den Triumph in der Königsklasse warten sie allerdings noch immer.

Die deutschen Teilnehmer

Erstmals seit 16 Jahren geht durch den Gewinn der deutschen Meisterschaft der SC Magdeburg wieder in der Königsklasse an den Start. „Darüber sind wir sehr glücklich. Erste Zielstellung ist natürlich das Erreichen der K.o.-Spiele“, sagt Geschäftsführer Mark-Henrik Schmedt.

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Vor dem Anpfiff Mittwoch 18.45 Uhr

THW Kiel: N. Landin, Mrkva – Ehrig, Duvnjak, Reinkind, M. Landin, Øverby, Weinhold, Wiencek, Ekberg, Johansson, Dahmke, Zarabec, Schwormstede, Wallinius, Bilyk – verletzt: Pekeler (Achillessehnenriss), Sagosen (Sprunggelenksfraktur) – Trainer: Filip Jicha (40).

Elverum Håndball: Imsgard, Mizera – Blomgren, Vidovic, Hedberg, Lien, Anderson Awad, Borzas, Fingren, Grøndahl, Thorkelsson, Hauseng, Langaas, Heldal, Berg – verletzt: Kristian Larsen (Finger) – Trainer: Børge Lund (43).

Schiedsrichter: Amar Konjicanin/Dino Konjicanin (Bosnien-Herzegowina) – Bilanz: 2 Spiele, 2 Siege für den THW – Letzte Saison: 24:2341:36 (in Kiel) und 31:30 für den THW – TV: DAZN überträgt ab 18.35 Uhr live – Tickets: www.thw-tickets.de und in der THW-Fanwelt – Anpfiff: Mittwoch, 18.45 Uhr, in der Kieler Wunderino-Arena.

Der THW Kiel will nach dem dritten Platz 2022 wieder zum Final Four nach Köln – für deutsche Mannschaften durch die hohe Bundesliga-Belastung stets ein besonders ambitioniertes Unterfangen. „Das wird hart, denn die Champions League wird immer stärker. Da gibt es keine Ausruhspiele mehr. Am Ende werden die Mannschaften erfolgreich sein, die mit einer klugen Belastungssteuerung am besten durchkommen“, sagt Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga vor dem Auftakt: „Ich wünsche beiden Teams viel Erfolg.“

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