Red Bull Storm Chase

Kieler Surfer Jamaer trotzt dem Sturm

Foto: Leon Jamaer surfte bei der Red Bull Storm Chase in extremen Bedingungen auf Rang drei.

Leon Jamaer surfte bei der Red Bull Storm Chase in extremen Bedingungen auf Rang drei.

Dublin/Kiel. Nach drei Jahren Wartezeit war es für die Storm Chaser, die Sturmjäger, soweit: Ein Tief braute sich über dem Nordatlantik zusammen, und es gab grünes Licht für den Wettbewerb unter Extrembedingungen. Innerhalb von 72 Stunden machten sich acht der weltbesten Windsurfer von den unterschiedlichsten Orten in der Welt auf den Weg zum Austragungsort Magheraroarty Beach im Distrikt Donegal in Nordwestirland, darunter der Kieler Leon Jamaer.

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Der 29-jährige Leon Jamaer ist derzeit der beste deutsche Windsurfer der Disziplin Wellenreiten und liegt bei der PWA Worldtour auf Platz zwölf. In Irland surfte er auf Rang drei hinter dem Australier Jaeger Stone und dem vierfachen Windsurf-Weltmeister Philip Köster.

Leon Jamaer, Sie haben bei den vergangenen Storm Chases bereits zweimal den dritten Platz belegt. Wie lief es diesmal?

Leon Jamaer: Mit meiner Performance bin ich zufrieden. Mein Ziel war ein Platz auf dem Podium, und das habe ich wieder erreicht. Natürlich wünscht man sich immer mehr. Aber man darf nicht vergessen, dass beim Storm Chase die besten Windsurfer der Welt antreten.

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Was haben Sie gedacht, als nach drei Jahren Wartezeit das Startsignal kam?

Leon Jamaer: Ich habe mich gefreut, dass es nach langem Warten endlich losgeht. Schließlich hatte ich mich gezielt auf den Wettbewerb vorbereitet und entsprechendes Material angeschafft.

Wie waren die Bedingungen vor Ort?

Leon Jamaer: Härter als bei den vergangenen Storm Chases. Es war extrem windig und kalt, aber ich habe vorher bewusst viel bei kaltem, stürmischem Wetter trainiert und mich deshalb in Irland auf dem Wasser wohl gefühlt und Spaß gehabt.

Gibt es bei den Extrembedingungen wie im Storm Chase keinen Moment, in dem man denkt: Was mache ich hier eigentlich?

Leon Jamaer: Wenn die nächste große Regenfront heranzieht und einem der Hagel waagerecht entgegenfliegt, fragt man sich das schon mal, aber grundsätzlich haben wir es alle genossen. Die Stimmung war super.

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Was war die größte Herausforderung – die mehr als masthohen Wellen, der extreme Sturm oder die eisige Kälte von 4 bis 5 Grad Celsius?

Leon Jamaer: Definitiv der Sturm, der am zweiten Wettkampftag eine Geschwindigkeit bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichte. Bei den Sprüngen waren kaum noch Tricks möglich.

Gibt es eine spezielle Taktik bei den Bedingungen?

Leon Jamaer: Man kann nicht die ganze Zeit Vollgas geben, sondern muss sich seine Kraft und Energie bewusst einteilen und sich auf wenige gute Sprünge konzentrieren. Fünf Sprünge und fünf Wellenritte wurden in zwei Tagen gewertet.

Was ist der besondere Reiz am Storm Chase?

Leon Jamaer: Es ist das Spiel mit den Naturgewalten und die Tatsache, dort zu surfen, wo das extreme Atlantikwetter ungebremst auf die Küste trifft. Das ist einfach ein Wahnsinnsgefühl.

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Was steht als nächstes an – Training in wärmeren Gefilden?

Leon Jamaer: Erstmal bin ich in Kiel. Dann geht es nochmal ins Warme, unter anderem zu einem Fotoshooting nach Maui. Und dann beginnt schon die Saisonvorbereitung.

Falls es wieder ein Storm Chase gibt: Sind Sie dabei?

Leon Jamaer: Klar habe ich dazu weiterhin Lust. Das Event hat wieder mal gezeigt, dass Windsurfen einfach der coolste Sport ist und auch bei Sturm und Hagel noch Spaß macht.

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