1:0-Auswärtssieg gegen Kronshagen

Landesliga Mitte: Furioses Torwarttor sorgt für Heikendorfer Auswärtssieg

Torhüter, Kapitän und Matchwinner in einer Person: Thomas Bohrmann, hier gegen den Kronshagener Julian Gabriel Balasai Huchzermeier, entschied die Partie in der 81. Minute per Torwarttor.

Torhüter, Kapitän und Matchwinner in einer Person: Thomas Bohrmann, hier gegen den Kronshagener Julian Gabriel Balasai Huchzermeier, entschied die Partie in der 81. Minute per Torwarttor.

Kronshagen. Diesen Sonnabendnachmittag werden die Spieler des Heikendorfer SV rund um Torwart Thomas Bohrmann so schnell wohl nicht vergessen: Beim wichtigen Auswärtssieg gegen den TSV Kronshagen in der Landesliga Mitte erzielte Bohrmann mit einem Torwarttor per Abschlag den 1:0-Siegtreffer und konnte den Heikendorfern so drei wichtige Punkte im Abstiegskampf sichern. Nach Abpfiff sprach der 39-Jährige von einem surrealen Tor, einer Situation, wie er sie noch nie zuvor in seiner Karriere erlebt habe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Jess scheitert an Bohrmann

So furios wie das Finale war die Partie auf dem Kronshagener Kunstrasenplatz zuvor bei weitem nicht. Die Anfangsphase war geprägt vom nervösem Abtasten: Keine der beiden Mannschaften wollte in diesem wichtigen Spiel im Abstiegskampf Fehler machen. So wirklich gefährlich wurde es erst, als Kronshagens Stürmer Thorge Jess nach einem Fehler im Heikendorfer Aufbauspiel frei vor dem Tor auftauchte, aber an Bohrmann scheiterte (22.).

Einen Weckruf für beide Mannschaften stellte das allerdings nicht dar, das Spiel bot bis auf kleinere Torannäherungen kaum Chancen und lebte von der Spannung. Kurz vor dem Pausenpfiff kamen auch die Heikendorfer einmal gefährlich in den Kronshagener Strafraum, jedoch konnte Yannick Meenken die starke Flanke von Flügelspieler Mika Detlaff nicht verarbeiten (44.). „Es war in der ersten Halbzeit das Spiel zwischen zwei Mannschaften, die sich nicht viel zugetraut haben“, sagte HSV-Trainer Nedeljko Veselinovic.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

TSV Kronshagen – Heikendorfer SV 0:1 (0:0)

TSV Kronshagen: Eiper – Kiewald, Alberts, Kallenbach, Baesler (73. Bertermann) – Wagner (72. Wirth), Huchzermeier, Rixen (78. Schulte), Möller, Kessler (81. Hencke) – Jess (62. Mousa).

Heikendorfer SV: Bohrmann – Kuß, Johannsen (67. Dienelt), Goeser – Detlaff, Sand (72. Telli), Zantopp, Martens (61. Harbel), Schmeling (77. Kasim), Singhateh (46. Wilke) – Meenken.

Schiedsrichter: Dajinder Pabla – Tor: 0:1 Bohrmann (81.) – Zuschauer: 167.

Auch nach dem Pausenpfiff nahm die Partie nicht wirklich an Fahrt auf, nur ein Distanzschuss von Julian Huchzermeier (55.) sorgte für leichte Gefahr, stellte Torhüter Bohrmann jedoch nicht vor Probleme. Beide Teams versuchten nun, mehr nach vorne zu investieren, der letzte Pass aber kam nicht. Die Uhr tickte, und es deutete sich ein Nervenkrimi an, in dem ein Moment die Entscheidung bringen könnte.

Bohrmann trifft per Abschlag

Und dann kam er, dieser Moment – aus dem Nichts: Heikendorfs Torhüter Bohrmann nahm den Ball auf und drosch die Kugel über das komplette Spielfeld in Richtung TSVK-Tor – kurz vor Torwart Marcel Eiper kam der Ball auf und sprang über den verdutzten Kronshagener ins Tor (81.).

Heikendorf brachte das 1:0 über die Zeit und feierte nach Schlusspfiff den Kapitän und Matchwinner. „Dass ich das mit meinen fast 40 Jahren noch geschafft habe, kann ich selbst kaum glauben. Es ist zwar in der Fußballerwelt bekannt, dass ich einen starken Huf habe, aber solche Schüsse von Torhütern habe ich bis jetzt nur beim ,Tor des Monats’ gesehen und bewundert. Nun gehöre ich auch zu diesem speziellen Kreis“, freute sich der 39-jährige Bohrmann, der sich gleichzeitig bei TSVK-Keeper Eiper entschuldigte: „Ich schätze ihn als tollen Torhüterkollegen. Dass ich so gegen ihn treffe, tut mir natürlich auch leid.“

Auch für Heikendorfs Trainer bot dieser Schuss ein ganz besonderes Erlebnis: „Das ist ein Moment, den wir alle so schnell nicht vergessen werden. Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt: Es ist egal, wie wir gewinnen, aber wir brauchen diese Punkte. Genau das haben wir nun geschafft“, erklärte Veselinovic.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Während der HSV durch den Sieg einen Befreiungsschlag landete und die Abstiegsränge verlassen konnte, rutschten die Kronshagener in der Tabelle nun hinter Heikendorf. „Wir waren überlegen, aber haben es nicht geschafft zu gewinnen. Die Realität heißt nun erst einmal Abstiegskampf“, so Kronshagens Trainer Peter Speth.

Von Tobias Hollenbach

Mehr aus Sport regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen