Sportlerwahl: Überraschung des Jahres 2021

Melwin Fink überraschte auch sich selbst

Die erste deutsche Siegerfaust beim Minitransat: Melwin Fink bei der Etappenankunft auf La Palma.

Die erste deutsche Siegerfaust beim Minitransat: Melwin Fink bei der Etappenankunft auf La Palma.

Kiel. Inzwischen hat Melwin Fink in einen normalen Schlafrhythmus zurückgefunden. Er hat sein Projekt abgeschlossen und ein neues angeschoben, aber überwältigt ist der inzwischen 20-Jährige immer noch von dem, was ihm im Herbst geglückt ist. Und ihm nun den Titel als Überraschung des Jahres 2021 bei der Wahl zu Kiels Sportlern des Jahres der Kieler Nachrichten bescherte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Melwin Fink: „Krass, was passiert ist“

Als jüngster Teilnehmer des Minitransat, dem Atlantik-Rennen für Solosegler auf 6,50-Mini-Jachten, gelang ihm auf dem ersten Teilstück von Les Sables-d'Olonne in Frankreich nach La Palma der Etappensieg und insgesamt mit der Ankunft auf der Karibikinsel Guadeloupe Rang drei. "Krass, was passiert ist. Damit hatte ich nie gerechnet. Als ich auf der ersten Etappe vorn lag, war ich völlig überrascht", berichtet der Jurastudent der CAU Kiel.

Als Einziger im Feld der 65 Starter wetterte er einen Sturm vor der iberischen Halbinsel auf dem Meer ab, setzte sich so weit von der in Häfen pausierenden Konkurrenz ab und erreichte die Kanareninsel mit 100 Seemeilen Vorsprung. Ein Proteststurm führte zwar zu Zeitgutschriften für die anderen Teilnehmer, Fink wahrte aber den Spitzenplatz. Auf der zweiten Etappe blieb er erst in einer Flaute hängen, kämpfte aber bis zum Ziel und erreichte in der Addition der Teilstücke Rang drei – ein Ergebnis, das vorher keinem Deutschen bei den Serienbooten gelungen war.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Projekt beendet, das nächste begonnen

Nach ein paar Tagen Urlaub auf Guadeloupe mit Familie und Freundin kehrte Fink nach Deutschland zurück und musste das Geschehen erst verarbeiten: „Ich musste lernen, wieder normal zu schlafen, habe mich mit Freunden getroffen und das Projekt zu Ende gebracht.“ Seinen Mini hat er verkauft, inzwischen bereits einen neuen aus der Werft übernommen. „Zum Studieren bin ich gar nicht gekommen. Das dritte Semester werde ich nachholen müssen.“

Lesen Sie auch

Die Anerkennung nach seinem Atlantikrennen hat er genossen: „Es ist toll, wenn man ein Fünf-Jahres-Projekt so erfolgreich beendet.“ Vom englischen Fachmagazin Seahorse wurde er im Herbst zum Segler des Monats gewählt, nun die Wahl zur Kieler Überraschung des Jahres: „Eine sehr coole Auszeichnung. Darüber freue ich mich riesig.“

Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht. Das neue Boot wird gerade ausgebaut, bevor es nach Barcelona zum Testsegeln geht. Ein erstes Mini-Rennen steht im April vor Mallorca an, und der Höhepunkt des Jahres soll das 2600 Meilen lange Azoren-Rennen im Juli werden.

Mehr aus Sport regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Spiele entdecken