Hochseeregatta um die Welt

Strander Seglerin Susann Beucke startet beim Ocean Race 2023

Susann Beucke auf ihrer Figaro 3. Die Olympia-Silbermedaillengewinnerin aus Strande nimmt 2023 am Ocean Race teil.

Susann Beucke auf ihrer Figaro 3. Die Olympia-Silbermedaillengewinnerin aus Strande nimmt 2023 am Ocean Race teil.

Strande. Nur ein Jahr nach dem Umstieg vom olympischen in den Seesegelsport steht Susann Beucke vor ihrer Premiere beim bekanntesten Mannschaftsrennen der Welt: Die 31-jährige Stranderin, Silbermedaillengewinnerin von Tokio 2021 im 49er FX, hat beim Schweizer Segelrennstall Holcim-PRB unterschrieben und steht im Team für das Ocean Race. Ihr Skipper ist Kevin Escoffier, der Sieger der vergangenen Auflage der Hochseeregatta um die Welt.

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"Für mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung", sagte Beucke und erinnerte an den ersten und bislang einzigen deutschen Ocean-Race-Sieg der "Illbruck" 2001/2002: "Ich habe sie mit meiner Familie auf dem Wasser begleitet. 300 000 Menschen waren damals dabei. Es war unglaublich", sagte Beucke über den Zieleinlauf in Kiel. "Ich war neun Jahre alt. Seitdem habe ich den Traum, selbst beim Ocean Race mitzusegeln. Nun geht es bald los. Das fühlt sich fantastisch an."

Ocean Race startet am 15. Januar in Alicante

Der Startschuss ins 14. Ocean Race über rund 60 000 Kilometer erfolgt am 15. Januar im spanischen Alicante. Die erstmals im Rennen um die Welt startenden Jachten vom Typ Imoca werden von vierköpfigen Teams gesegelt. Mindestens ein Crew-Mitglied muss weiblich sein. In allen Teams werden Männer und Frauen über die insgesamt sieben Etappen rotieren. Neben Beucke verpflichtete der Holcim-PRB-Skipper Kevin Escoffier die erfahrene dreimalige Weltumseglerin Abby Ehler aus Großbritannien.

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Susann Beucke stieg nach den Olympischen Spielen 2021 ins Seesegeln um.

Susann Beucke stieg nach den Olympischen Spielen 2021 ins Seesegeln um.

Der Franzose verfügt über reichlich Offshore-Erfahrung, im Guten wie im Schlechten: 2018 gewann er als Skipper des Dongfeng Teams das Ocean Race, im November 2020 havarierte er bei der Einhand-Weltumseglung Vendée Globe und wurde nach dramatischer Suchaktion im Südatlantik von Landsmann Jean Le Cam gerettet. Nun nimmt er erneut das Rennen um die Welt auf und hat seine Crew beisammen. "Drei Kriterien haben mich bei meiner Wahl geleitet: Erfahrung, Menschlichkeit und Entschlossenheit eines jeden Einzelnen", erklärte der 42-Jährige. "Je nach den Etappen wird die Crew variieren. Ich werde einige Rotationen vornehmen, da meine Rolle als Skipper auch darin besteht, jedem eine Entwicklungskurve während dieses Rennens zu ermöglichen." Offshore-"Frischling" Beucke besteche durch Talent und Motivation, so Escoffier. "Sie ist vor allem mit dem Segeln mit reduzierter Crew oder als Einhandseglerin vertraut, was auch für unsere Crew von Vorteil sein wird, da wir beim Segeln oft allein an Deck sind."

Susann Beucke einzige deutsche Frau beim Ocean Race 2023

Beucke hat ihren Lebensmittelpunkt nach der olympischen Laufbahn zugunsten der Offshore-Karriere ins französische Seesegelmekka Lorient verlegt, dort die Kampagne "This Race is Female" ins Leben gerufen und erste Hochsee-Erfahrungen in der Figaro-Klasse gesammelt. Escoffier lernte sie im vergangenen Sommer in Frankreich kennen, durfte mit ihm und seiner Crew einen Test segeln. "Ich bin stolz, dass Kevin mich gefragt hat, in sein Team zu kommen", erzählte Beucke. Sie wird die einzige, aber nicht die erste deutsche Seglerin in der 50-jährigen Ocean-Race-Geschichte sein: Im Ocean Race 1981/1982, das damals "Whitbread Round the World Race" genannt wurde, waren Gisela Bunck und Anke Schulz Teil der Crew auf "Walross 3". Die Seglerinnen vom Akademischen Segler-Verein Berlin absolvierten die vierte Etappe von Mar del Plata in Argentinien über den Atlantik ins britische Portsmouth.

Die Route für die kommende Auflage führt aus Alicante über die Kapverden nach Kapstadt und von dort ostwärts über Indischen und Pazifischen Ozean in den Südatlantik und ins brasilianische Itajaí. Über Newport in den USA geht es zurück nach Europa und ins dänische Aarhus. Auf der folgenden Etappe kann Susann Beucke kurz Heimatluft schnuppern: Die Crews werden auf dem Weg nach Den Haag auf einen sogenannten "Fly by", um eine Wendemarke in der Kieler Innenförde, geschickt. Aus den Niederlanden geht es anschließend auf den letzten Teilabschnitt ins Mittelmeer und das italienische Genua, wo ein Hafenrennen die Regatta abschließt.

Beucke, Herrmann, Stanjek – große deutsche Beteiligung am Ocean Race

In der Übergangsphase zu neuen Booten ist die Imoca-Flotte mit fünf Booten klein – hat dafür aber reichlich deutsche Segel-DNA vorzuweisen: Neben Beucke bei Holcim-PRB geht der Hamburger Weltumsegler Boris Herrmann mit seinem Team Malizia an den Start, zudem nimmt das deutsch-französische Guyot Environnement Team Europe mit den Co-Skippern Robert Stanjek (Berlin) und Benjamin Dutreux die Regatta mit der Empfehlung des Erfolgs beim Ocean Race Europe im vergangenen Jahr in Angriff.

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Die aus der letzten Auflage bekannten VO 65-Jachten absolvieren den „Ocean Race Sprint Cup“ auf drei Etappen (Alicante – Kapverden, Aarhus – Den Haag, Den Haag – Genua), hier sind ebenfalls fünf Crews am Start.

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