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SVK-Vorsitzender

Trauer um Günter Schöning

Günter Schöning anlässlich seines 80. Geburtstages im April.

Günter Schöning anlässlich seines 80. Geburtstages im April.

Kiel.Wer in Schleswig-Holstein im Kanusport aktiv ist, hat diesen höchstwahrscheinlich nie ohne Günter Schöning erlebt. Der Kieler, der am 2. April seinen 80. Geburtstag feierte, war immer ein Streiter für die Sache. Die Liste seiner Ehrenämter ist ebenso lang wie die seiner Auszeichnungen, die ihm in den vergangenen 60 Jahren verliehen wurden. „Soziale und gemeinschaftliche Tätigkeit ist für mich das Salz des Lebens“, hat Günter Schöning einmal gesagt. Er trug den (Kanu-)Sport im Herzen. Völlig überraschend hat Günter Schönings Herz nun am 3. Mai aufgehört zu schlagen.

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27 Jahre an der Theodor-Möller-Schule

Dabei hatte der pensionierte Lehrer, der nach einem Intermezzo an der Schule am Sonderburger Platz insgesamt 27 Jahre lang an der Theodor-Möller-Schule in Kiel-Elmschenhagen unterrichtete, noch viel vor. Schließlich ließ sich der drahtige ehemalige Militär-Weltmeister im Kajak-Einer nicht gerne Dinge ausreden. Kein Wunder also, dass er auch nach 35 Jahre jüngst noch die Ski-Freizeit des Kieler Kanu-Klubs (KKK) ins schwedische Sunne begleitete, selbst auf die Langlaufbretter stieg – und sich prompt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. So eine „Bremse“ schmeckte Güter Schöning nicht – aufhalten ließ er sich allerdings selten.

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Wo soll man bei Günter Schöning anfangen? Durch seinen sechs Jahre älteren Bruder Volkmar kam er zum Kanu-Rennsport. Und blieb. Kanute, Trainer, Regattaleiter der „Internationalen Kieler Woche Kanuregatta“, Pressewart, Sportwart, Vorsitzender (1989-2007), Ehrenmitglied – mehr als 60 Jahre lang war Schöning Teil des Kieler Kanu-Klubs. Als Ressortleiter Rennsport im Deutschen Kanu-Verband (1989-2001) begleitete er die deutschen Athleten zu den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Seit 1992 war Schöning Präsident des Landes-Kanuverbandes Schleswig-Holstein, in dessen Vorstandsarbeit er seit als 50 Jahre eingebunden war. Im vergangenen Jahr wurde er für vier weitere Jahre bis 2024 wiedergewählt. Einfach so „aus dem Staub machen“ wollte er sich nicht, erst dann gehen, wenn ein Nachfolger bereitstehe. Nun kam es anders.

SVK-Vorsitzender seit 2010

2010 hatte Schöning das Amt des Vorsitzenden des Sportverbandes Kiel von Robin Kähler und damit die Belange von 199 Vereinen mit rund 63 000 Mitgliedern und 16 Fachverbänden übernommen. Beim nächsten Verbandstag wollte der Träger des „Bundesverdienstkreuzes am Bande“ für seine ehrenamtlichen Bemühungen um benachteiligte Kinder, der „Goldenen Ehrennadel“ des Deutschen Kanu-Verbandes und des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, der „Brillantnadel“ des KKK sein Amt niederlegen.

Schönings Führungsstil war nicht unumstritten, atmete zuweilen den Geist seiner Bundeswehr-Vergangenheit, war mit zunehmendem Alter aber auch von einem großen Bemühen um Diplomatie geprägt. Engagement war sein Doping, Helfen immer auch Credo, Verpflichtung. Er, der im Verband seit 1976 für die Trainerausbildung zuständig war, sammelte Geld für Kinder und Jugendliche, warb unermüdlich für das Kieler Projekt „Kids in die Clubs“, widmete sein Herzblut auch nach seiner Pensionierung weiter der Kanu-AG an der Theodor-Möller-Schule und Lilli-Martius-Schule.

Bei seinem ehrenamtlichen Engagement hielt es Schöning stets mit Albert Einstein. Der habe einmal gesagt: „Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“ Schöning übertrug das auf den Sport: „Die Arbeit von Ehrenamtlern ist täglich zu erkennen. Das ist die Arbeit des Sports.“

Die Trauer in der Kanusport-Szene ist groß. „Günter war ein so starker und energiereicher Mann. Das hat die Kanusportler und mich über die vielen Jahrzehnte immer sehr beeindruckt. Günter hatte sein ganzes Leben dem Kanusport ausgerichtet und all seine Kraft investiert. Ohne ihn hätte der Kanusport bei uns in Schleswig-Holstein kaum so einen Stellenwert erhalten“, sagt Doris Dibbern, Vizepräsidentin im Landes-Kanuverband. Die Lücke, die Günter Schönings Tod reißt, müssen jetzt andere füllen. Schöning hinterlässt seine Ehefrau Claudia sowie die Kinder Swea und Florian.

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