Jugendmeisterschaften

Turnen: DM-Silbermedaille für Antonia Drews am Sprung

Turnerin Antonia Drews sprang am Sprungtisch zum Vizetitel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft der 13-jährigen Mädchen.

Turnerin Antonia Drews sprang am Sprungtisch zum Vizetitel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft der 13-jährigen Mädchen.

Kiel. Ein kurzer wippender Schritt und los geht’s: Die Beine wirbeln, die Arme fliegen auf und ab. Mit gepressten Lippen und konzentriertem Blick auf den Sprungtisch saust Antonia Drews über die Bahn. Ein knackiger Impact in das Sprungbrett, ein kurzer Abdruck mit den Händen am Tisch und die Energie aus dem Anlauf katapultiert den Körper im hohen Luftstand über das Gerät. Locker lässt sich Toni, wie die 13-jährige Drews von allen nur genannt wird, in den Weichboden fallen.

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Jetzt, im Training, verzichtet sie wegen leichter Rückenverspannung auf den großen Akrobatikteil. Vor zehn Tagen, bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Reilingen bei Heidelberg, turnte sie den Tsukahara. Die Radwende mit anschließendem Rückwärts-Salto in gebückter Haltung gelang nahezu perfekt. Der Lohn: die Silbermedaille in der Altersklasse der 13-Jährigen.

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Jubel bei der Trainerin: „Der Sprung war mega!“

Trainerin Dagmar Beissel, die wegen anderer Verpflichtungen nicht bei der DM dabei sein konnte, die Übung aber am TV verfolgte, war sich sofort sicher: „Das ist eine Medaille! Der Sprung war mega: super abgedrückt, hohe Flugphase, fast perfekt in den Stand.“ Ihre Begeisterung hat einen guten Grund: Tonis Silber ist der erste DM-Medaillengewinn im weiblichen Bereich für den SH-Turnverband seit den 90er Jahren. Die Athletin selbst war nach dem Sprung noch unsicher: „Es hat sich gut angefühlt. Aber dass es eine Medaille war, habe ich erst auf der Anzeigentafel gesehen.“

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Die Grundlagen für den Erfolg hat die junge Schülerin früh gelegt. Mit drei Jahren begann Antonia Drews beim Turnverein Plön bewegt – zunächst bei ihrem Vater Kai Uwe, später bei Trainerin Lena Bachmann. „Sie hatte riesige Freude an der Bewegung und war immer neugierig auf neue Elemente. Davon konnte sie nie genug bekommen“, berichtet ihr Vater. Beim Paddeln, Klettern, Fußball und Surfen machte Toni zwar auch andere Bewegungserfahrungen, aber „Turnen fand ich immer super“.

Seit fünf Jahren turnt Toni Drews im Landesleistungszentrum

Vor fünf Jahren wechselte sie ins Landesleistungszentrum Kiel, steigerte ihr Trainingspotenzial auf inzwischen sechs Einheiten pro Woche mit insgesamt 17 Stunden. Die Belastung meistert sie gern. „Klar möchte ich auch mal mit, wenn Freunde an den Strand gehen. Aber wenn ich in der Halle bin, dann will ich nur turnen.“ Dagmar Beissel bestätigt: „Toni ist aus sich heraus sehr anstrengungsbereit, sehr ehrgeizig.“ Ihre Spritzigkeit macht sie zum Sprung-Talent.

„Es macht einfach Spaß, hoch zu fliegen und neue Teile zu lernen“, strahlt die Gymnasiastin. Im vergangenen Jahr nahm sie das erste Mal an einer Deutschen Jugendmeisterschaft teil, stürzte aber beim Sprung. Jetzt erfüllte sich der Medaillenwunsch. Und der Traum? „Vielleicht mal im Bundeskader turnen.“

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Trainerin Dagmar Beissel arbeitet mit Antonia Drews intensiv seit fünf Jahren.

Trainerin Dagmar Beissel arbeitet mit Antonia Drews intensiv seit fünf Jahren.

Aktuell wird Toni Drews in Kiel behutsam aufgebaut. „Sie hat spät angefangen, so intensiv zu trainieren. Und im bundesweiten Vergleich ist der Umfang noch niedrig“, sagt Dagmar Beissel. Entwicklungspotenzial hat ihr Schützling vor allem in der Vielseitigkeit. „Den Balken mag ich nicht so. Aber ich versuche, mich zu überwinden“, sagt Toni. Die Übung auf dem schmalen Gerät war es auch, die ihr eine bessere DM-Platzierung im Mehrkampf vermasselte. „Ich habe eine Sprungverbindung nicht geturnt und dann vergessen, wie der Plan B ging“, gesteht sie. Der Patzer ließ sie auf Platz 17 abstürzen, aber im Sprung qualifizierte sie sich für das Gerätefinale. Und obwohl sie sich beim Einturnen die Füße stauchte, passte im entscheidenden Moment alles. Dagmar Beissel: „Der erste Sprung war noch etwas verhalten, aber der zweite war super.“

Den Tsukahara beherrscht Toni seit rund zweieinhalb Jahren sicher. Inzwischen wird an der Steigerung der Schwierigkeit gearbeitet. Im Training probiert sie sich an der gestreckten Variante und auch schon am Kasamatsu, bei dem der Salto durch eine Schraubendrehung erweitert wird. An der Lust am Turnen wird es bei der jungen Plönerin wohl kaum mangeln, um die Entwicklung weiter voranzubringen, wie ihr Vater Kai Uwe berichtet. Er verrät: „Bei uns im Haus gibt es kaum einen Weg, den sie nicht mit einer Drehung oder einer Pose verbindet.“

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