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Tag des Friedhofes

Eine Bestattung ist Vertrauenssache

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Wer einen Bestatter sucht, sollte unbedingt auf einige Kriterien achten. Wichtig ist auch das eigene Bauchgefühl. FOTO: © BDB

Tipps für die Bestattersuche - worauf Verbraucher unbedingt achten sollten

Der Tod eines nahen Menschen ist zunächst einmal ein Schock. Verständlich, dass nun schnell vertrauensvolle Unterstützung gebraucht wird. Und genau jetzt ist Vorsicht geboten: Denn Bestatter ist nicht gleich Bestatter. Es gibt Meisterbetriebe, Fachbetriebe, aber auch Quereinsteiger mit und ohne Qualifikation und reine Online-Vermittler auf Provisionsbasis. Was kaum jemand weiß: Als Bestatter tätig zu sein, setzt nicht zwingend eine Ausbildung voraus, ein Gewerbeschein reicht.

Elke Herrnberger, Pressesprecherin für den Bundesverband Deutscher Bestatter, rät, hier genau hinzusehen: Welche Qualifikationen hat das Bestattungshaus, ist dies ein Fachbetrieb, werde ich umfänglich und seriös beraten und werden die Bestattungskosten transparent dargestellt?

Zur Unterstützung in einer solchen emotional schwierigen Zeit hat der Bundesverband Deutscher Bestatter einen Ratgeber mit fünf Kriterien für die Suche nach qualifizierten und seriösen Bestattern zusammengestellt:

1. Einen Menschen fragen

Bei der Internetsuche unter den Suchbegriffen  „Bestatter”, „Begräbnis”, „Todesfall” und so weiter eine erhält der Hilfesuchende nahezu undurchschaubare Auswahl an Websites und Anbietern, die in allen Preiskategorien und Ausprägungen Bestattungsdienstleistungen anbieten. Der Verband empfiehlt, jetzt kurz innezuhalten und sich an die letzten Sterbefälle im Bekanntenkreis zu erinnern. Gibt es die Möglichkeit, auf persönliche Erfahrungen zurückzugreifen? Wen könnte man fragen? Reputation und Empfehlung sind immer noch die besten Auswahlkriterien, wird hier doch von Mensch zu Mensch empfohlen. Wie wichtig und hilfreich die Begleitung durch einen geschulten Bestatter oder eine geschulte Bestatterin ist, belegen zahlreiche positive Bewertungen aus Kundenumfragen aus dem vergangenen Jahr: „Mehr konnte uns nicht abgenommen werden. Wir waren dankbar für die nette Unterstützung.“, „Wir fühlten uns sehr gut beraten und unterstützt. Gerade im Moment wo das Denken schwerfällt, ist dies ein große Hilfe!" Darum sollte es bei Bestattungen immer gehen: um den Menschen, der gestorben ist, und die Menschen, die mit diesem Verlust umgehen müssen. Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen sind dabei ein guter Leitstern.

2. Bestatter vom Handwerk geprüft: Unbedingt auf die Qualifikation achten

In Deutschland kann praktisch jeder ein Gewerbe als Bestatter anmelden. Deshalb hat der Bundesverband Deutscher Bestatter erhebliche Anstrengungen unternommen, um Qualitätsstandards im Bestattungshandwerk zu verankern. Seit 2003 gibt es den Ausbildungsberuf der „Bestattungsfachkraft” und seit 2010 die Fortbildung zum „Bestattermeister”. Der Erwerb dieser Abschlüsse ist zwar fachlich sinnvoll und geboten, rechtlich aber nach wie vor nicht erforderlich. Ein weiteres Merkmal der Qualitätssicherung im Bestatterhandwerk stellt das „Markenzeichen der Bestatter” dar. Markenzeichenbestatter sind vom Handwerk geprüft und werden regelmäßig überwacht. So wird Qualität und Seriosität nicht nur behauptet, sondern mit „Brief und Siegel” dokumentiert. In Deutschland gibt es rund 900 Markenzeichen-Betriebe. Der Bundesverband Deutscher Bestatter repräsentiert und vertritt über seine Landesorgane die Belange von über 3200 Bestattungsunternehmen, mit Filialen rund 4800, in ganz Deutschland. Das entspricht mehr als 85 Prozent aller deutschen Bestatter. Als Dachverband steht der BDB für Qualität und gewährleistet diese durch diverse Zertifizierungen. Das Thema Aus- und Weiterbildung nimmt einen großen Stellenwert ein. Zur weiteren Professionalisierung wurde 2005 das Bundesausbildungszentrum der Bestatter im unterfränkischen Münnerstadt eröffnet. Als nicht minder wichtige Aufgabe zählt für den Bundesverband Deutscher Bestatter der Erhalt und die Förderung der Bestattungskultur und des Berufsethos.

3. Regionale Bestattungshäuser: Der Mensch vor Ort

Viele Online-Anbieter von Bestattungsleistungen sind lediglich Vermittlungsportale, die den Auftrag an einen Bestatter weiterleiten, dieser Bestatter zahlt an den Vermittler eine Provision. Ganz anders ein direkter und persönlicher Ansprechpartner in einem Bestattungshaus vor Ort: Hier können Betroffene alle Fragen stellen, die sie bewegen, erfahren Beratung, Beistand und Trauerbegleitung, Kosten und Leistungsumfang einer Bestattung werden genau erklärt. Auf der Internetseite des Bundesverbandes Deutscher Bestatter sind mehr als 85 Prozent der in Deutschland tätigen Bestattungsunternehmen gelistet. Dort grenzt eine Suche nach Wohnort oder Postleitzahl problemlos die in Frage kommenden Bestatter ein. Im Suchergebnis sind die einzelnen Leistungen des jeweiligen Bestattungshauses ersichtlich. Diese Online-Bestattersuche funktioniert vollständig ohne Provisionszahlungen. Wurde ein Bestattungshaus am gewünschten Ort gefunden, kann ganz unkompliziert und unverbindlich ein Beratungsgespräch vereinbart werden.

4. Transparente Preisgestaltung: Es ganz genau nehmen

Hinterbliebene sollten auf eine transparente Preisgestaltung achten und sich nicht mit unseriösen Angeboten locken lassen. Die meisten Menschen haben keine konkrete Preiserfahrung mit Bestattungen und können dadurch anfällig für unrealistische Verspreschungen sein, wie eine Bestattung für wenige hundert Euro. Jeder sollte sich jedoch die entstehenden Kosten beziffern lassen und auch nach den Nebenkosten fragen. Zu den Kosten für die klassischen Bestatter-Dienstleistungen können Kosten noch Friedhofsgebühren, für die Einäscherung, für zusätzliche Überführungen, für ein Grabmal oder für die Grabpflege anfallen. Diese „Nebenkosten” können bis zu 60 Prozent der gesamten Bestattungskosten ausmachen.

Bestattungshäuser, die sich nicht in der Lage sehen, einen transparenten Kostenvoranschlag auszustellen, sollten eher zurückhaltend betrachtet werden. Ein seriöser Bestatter geht mit den Angehörigen alle Punkte durch und geht auf die Wünsche und Bedürfnisse ein. Zum Abschluss der Beratung gibt es ein transparentes Angebot mit allen Leistungen und Kosten.

5. Zeit für Entscheidungen

Wer sich für ein Bestattungshaus entschieden hat, vereinbart ein Gespräch. In einem Telefonat oder einem persönlichen Gespräch kann der Bestatter in aller Ruhe die Bedürfnisse und die Anliegen besprechen. Ein Beratungsgespräch kann entweder in den Räumen des Instituts oder auf Wunsch zu Hause stattfinden.

Werde ich klar und deutlich darüber informiert, welche Möglichkeiten das Bestattungshaus bietet? Vermittelt der Bestatter die nötige Entscheidungsfreiheit, die in dieser Situation gebraucht wird, oder hat man etwa das Gefühl, es geht alles zu schnell? Wird Druck aufgebaut, möglichst schnell zu einer Beauftragung und Entscheidung zu kommen?

Genau jetzt sollte man auf sein persönliches Bauchgefühl vertrauen. „Eine Nacht darüber zu schlafen” oder Rücksprache mit anderen Familienangehörigen zu nehmen, ist möglich, wenn auch häufig im Hinblick auf gesetzliche Bestattungsfristen in einem festgelegten Zeitrahmen entschieden werden muss. QUELLE: BUNDESVERBAND DEUTSCHER BESTATTER