Konsumschlacht

Alles zum „Black Friday“ in SH

Hamburg: Im Schaufenster eines Geschäfts in der Innenstadt wird für den Rabatt-Tag Black Friday geworben.

Hamburg: Im Schaufenster eines Geschäfts in der Innenstadt wird für den Rabatt-Tag Black Friday geworben.

Hannover. 50 Prozent Rabatt auf die Spielekonsole, 70 Prozent auf die Bluse, 30 Prozent auf das neue Handy: Der Black Friday verzückt Schnäppchenjäger jedes Jahr aufs Neue. Der Handel erwartet am Freitag vor dem ersten Advent Rekordumsätze. Nach Angaben des Deutschen Handelsverbands wird mit einem Plus von 22 Prozent im Vergleich zu 2018 gerechnet. Doch was bedeutet das für die Innenstädte und in welche Fallen können Verbraucher tappen?

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Worauf müssen Kunden beim Shoppen achten?

Vor allem auf faule Angebote und Fake Shops fallen viele Kunden beim Black Friday herein, berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Bei den Rabatten sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht nur für die Unverbindliche Preisempfehlung des Händlers gelten – meistens werden die Artikel sowieso schon billiger verkauft.

Außerdem werden Fake Shops im Internet immer professioneller, erzählt Mona Maria Semmler von der Verbraucherzentrale: „Vor dem Kauf sollte man sich ansehen: Gibt es eine AGB, gibt es ein Impressum? Vor allem wenn nur Vorkasse angeboten wird, sollte man von einem Kauf absehen.“

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Was wird beim Black Friday vor allem gekauft?

In den USA startet mit dem Tag traditionell das Weihnachtsgeschäft - in Niedersachsen ist das nicht anders, sagt Jan König, der Geschäftsführer des Handelsverbands Nordwest mit Sitz in Oldenburg: „Zwei Drittel der Leute, die am Black Friday einkaufen, kaufen Weihnachtsgeschenke.“

Viele nutzten die üppigen Rabatte, um Kleidung und technische Geräte wie Handys oder Tablets zu kaufen, erzählt Mark Alexander Krack vom Handelsverband Niedersachsen-Bremen: „Da merkt man schon, dass die Leute noch preissensibel kaufen.“

Werden Niedersachsens Geschäfte am Black Friday gestürmt wie die großen Einkaufszentren in den USA?

Grundsätzlich läuft beim Black Friday viel online ab, erzählt Krack. Aber auch die Angebote vor Ort würden zu keinen „konkreten Stürmungsszenarien“ führen. Auch Jan König aus Oldenburg erwartet keine Menschenmassen.

Dafür gebe es über das Jahr einfach zu viele Rabattaktionen. Als eher zurückhaltend stuft auch die Göttinger Citymanagerin Frederike Breyer die Reaktionen auf den Black Friday in ihrer Stadt ein: „Bei uns beschränkt sich das größtenteils auf die großen Ketten“, erzählt sie.

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Was bedeutet der Black Friday für die Händler in Niedersachsens Innenstädten?

„Insbesondere kleine Händler laufen Gefahr, in der Masse an Rabatten unterzugehen“, sagt Jan König vom Handelsverband Nordwest. Größere Ketten könnten stärkere Nachlässe gewähren und das über die Masse abfedern. Kleine Einzelhändler täten sich da schwerer – vor allem, wenn sie keine Online-Shops hätten. Gleichzeitig bemerke er aber eine zunehmende Professionalisierung der Händler, viele würden auf den Rabatt-Zug aufspringen und gezielte Werbekampagnen fahren. „Jeder Euro kann nur einmal in die Hand genommen werden“, sagt Citymanagerin Beyer aus Göttingen. Ihre Befürchtung: Was am Black Friday im Netz gehandelt wird, gehe dem stationären Handel im Weihnachtsgeschäft verloren.

Welche Kritik gibt es am Black Friday?

Gerade vor der Diskussion rund um Nachhaltigkeit stößt ein solcher Konsumtag auf Kritik: Zu viel Verpackungsmüll und Plastik bei Online-Einkäufen bemängelt die Verbraucherzentrale. Nach Ansicht von Tonja Mannstedt vom Bund Naturschutz Niedersachsen dient der Black Friday „allein dazu, den Konsum zu steigern.“

Gerade die Terminüberschneidung mit dem globalen Klimastreik von Fridays for Future am 29. November zeige, vor welchen Herausforderungen die Gesellschaft heute steht. Menschen sollten lieber „nachhaltig einkaufen und Schnäppchentage ignorieren.“

Mehr zum Thema Black Friday:

Von RND/dpa

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