Onlinehändler mit schwacher Prognose

Amazon erwartet mieses Weihnachts­geschäft: Aktie bricht nachbörslich ein

Das Logo von Amazon am Versandlager in Kiekebusch in Brandenburg.

Das Logo von Amazon am Versandlager in Kiekebusch in Brandenburg.

Seattle. Der weltgrößte Onlinehändler Amazon rechnet angesichts von erhöhter Inflation und Rezessions­sorgen mit einem überraschend schwachen Weihnachts­geschäft. Der Konzern erwartet im Schluss­viertel­jahr Erlöse zwischen 140 Milliarden und 148 Milliarden Dollar, wie er am Donnerstag nach US‑Börsenschluss mitteilte. Das entspricht einem für Amazons Verhältnisse mauen Wachstum zwischen 2 und 8 Prozent gegenüber dem Vorjahres­zeitraum. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Anleger ließen die Aktie nachbörslich in einer ersten Reaktion um über 20 Prozent fallen, später erholte sich der Kurs nur leicht.

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Auch die Gewinn­prognose sorgte für Enttäuschung. Amazon stellte für die drei Monate bis Ende Dezember ein Ergebnis in einer sehr breiten Spanne zwischen null und 4,0 Milliarden Dollar in Aussicht. Im abgelaufenen dritten Quartal verdiente das Unternehmen 2,9 Milliarden Dollar und damit gut 9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs zwar um 15 Prozent auf 127,1 Milliarden Dollar, blieb aber ebenfalls unter den Markt­erwartungen. Selbst bei Amazons lukrativer Cloud-Sparte, die Speicherplatz und Online­dienste für andere Unternehmen anbietet, gab es einen Wachstums­dämpfer.

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Cloud-Bereich steigert Erlöse weniger stark als erwartet

Amazon Web Services, das Flaggschiff des Cloud-Bereichs, steigerte die Erlöse um 27 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar. Im Vorquartal hatte der Zuwachs noch bei knapp einem Drittel gelegen. Obwohl Amazon angesichts des Inflationsdrucks bei Benzin, Energie und Transport nach eigenen Angaben auf strikte Kostenkontrolle setzt, steigen die Ausgaben stärker als die Einnahmen. Im vergangenen Quartal kletterten die Betriebsausgaben um 18 Prozent auf 125 Milliarden Dollar. Zusätzlich leidet Amazon – wie viele international aufgestellte US‑Konzerne – unter dem starken Dollar, der Auslandserlöse nach Umrechnung in heimische Währung in der Bilanz verringert.

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Amazons Finanzchef Brian Olsavsky kündigte in einer Konferenz­schalte nach Vorlage der Quartalszahlen an, die Kosten weiter zu senken: „Wir ergreifen Maßnahmen, um den Gürtel enger zu schnallen.“ In einigen Geschäfts­bereichen soll es Einstellungs­pausen geben, zudem will das Unternehmen bestimmte Produkte und Services einstellen und Investitionen überdenken. Sparmaßnahmen könnten das zuletzt schon relativ maue Wachstum jedoch noch weiter bremsen.

An der Börse hat Amazon – wie die anderen großen Techkonzerne – ohnehin schon einen schweren Stand. Der Kurs der Aktie ist seit Jahresbeginn um rund ein Drittel gesunken. Sollte es am Freitag kräftig bergab gehen, könnte der Börsenwert unter die Marke von einer Billion Dollar sinken.

RND/dpa

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