Der Dax wächst von 30 auf 40 Unternehmen – und startet schwach

Die Dax-Werte werden im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse angezeigt. Von diesem Montag (20.9.) an spielen 40 statt 30 Konzerne in der ersten deutschen Börsenliga.

Die Dax-Werte werden im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse angezeigt. Von diesem Montag (20.9.) an spielen 40 statt 30 Konzerne in der ersten deutschen Börsenliga.

Frankfurt/Main. Erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte umfasst der Deutsche Aktienindex 40 Unternehmen. Die zehn zusätzlichen Dax-Mitglieder stehen seit diesem Montag auf dem Kurszettel. Ziel der historischen Reform des wichtigsten deutschen Börsenbarometers: Der Leitindex soll die deutsche Wirtschaft umfassender abbilden. Zudem legt die Deutsche Börse ab sofort strengere Maßstäbe an die Mitglieder der Dax-Familie an.

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Unter den zehn Neulingen ist Airbus mit Abstand das Unternehmen mit dem größten Börsenwert. Mit dem deutsch-französischen Flugzeughersteller bekommt der Dax ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Autoherstellers Daimler und des Versicherungsriesen Allianz.

Sie sind neu

Neu im Dax sind seit Montag außerdem die folgenden neun Unternehmen: der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant Hellofresh, die Holdinggesellschaft Porsche, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen Qiagen, der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise sowie der Onlinemodehändler Zalando.

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Schon zum 30. Dax-Jubiläum im Juli 2018 hatte Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer laut darüber nachgedacht, den Leitindex „etwas breiter aufzustellen“ – schließlich ist der Dax das Barometer der deutschen Wirtschaft. Lange wurde der Index von den vier Branchen Chemie, Autoindustrie, Energie und Finanzdienstleistungen dominiert. Nun sollen zum Beispiel auch aufstrebende Internetfirmen einen Platz im Schaufenster der deutschen Wirtschaft bekommen.

Zusammensetzung des Dax wird regelmäßiger geprüft

Der Wirecard-Bilanzskandal beschleunigte die Verschärfung des Regelwerks. Der Münchner Zahlungsdienstleister hatte sich trotz milliardenschwerer Luftbuchungen, die im Sommer 2020 aufflogen und sich zu einem der größten Betrugsfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte auswuchsen, noch über Monate im Dax halten können.

Denn nach den seinerzeit geltenden Regeln konnte die Deutsche Börse die Aktie nicht einfach von heute auf morgen aus dem Index werfen. Für Kritik sorgte auch, dass für Wirecard der Essenslieferant Delivery Hero in den Dax aufrückte und damit ein Unternehmen, das seit seiner Gründung 2011 im laufenden Geschäft noch nie Geld verdient hat.

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Künftig will die Deutsche Börse die Zusammensetzung des Dax zweimal statt einmal jährlich regulär überprüfen. Neu aufgenommen werden sollen nur noch profitable Unternehmen. Pleitekandidaten und Konzerne, die ihrer Pflicht zur fristgerechten Veröffentlichung von Zwischenberichten nicht nachkommen, sollen nichts mehr in der ersten deutschen Börsenliga verloren haben.

Gleichzeitig mit der Dax-Erweiterung wird der M-Dax der mittelgroßen Werte von 60 auf 50 Titel verkleinert und verliert somit deutlich an Gewicht. Fünf Unternehmen aus dem Nebenwerte-Index S-Dax rückten am Montag in den verkleinerten M-Dax auf: die Vodafone-Sendemastentochter Vantage Towers, der Recyclingspezialist Befesa, der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich, der Finanzdienstleister Hypoport sowie Zooplus, ein Onlinehändler für Haustierbedarf.

Dax mit schwachem Wochenstart

Zum Start in seiner Neubesetzung mit 40 Mitgliedern hat der Dax am Montag deutlich nachgegeben. Im Sog der schwachen Vorgaben aus den USA und Hongkong ging es dabei runter auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Nach den ersten Handelsminuten stand der deutsche Leitindex zuletzt mit 1,62 Prozent im Minus bei 15 238,72 Zählern.

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Der Dax hat bereits drei Wochen mit Kursabschlägen hinter sich. An der Wall Street hatten sich die Indizes am Freitag nach dem großen Verfallstag an den Terminbörsen ebenfalls schwach gezeigt. Die Börse in Hongkong folgte am Montag mit schweren Verlusten aufgrund der sich zuspitzenden Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande.

Auch der M-Dax der 50 mittelgroßen Börsenwerte gab zum Wochenauftakt im frühen Handel deutlich nach und verlor 1,47 Prozent auf 34 775,44 Zähler. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 fiel um1,58 Prozent zurück auf 4065,57 Punkte.

RND/dpa

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