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Getreidekrise durch Krieg in der Ukraine

Deutsche Bahn will mehr Getreide aus der Ukraine exportieren

Sigrid Nikutta, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, schickt in Seddin den ersten DB-Güterzug mit Hilfsgütern auf die Reise.

Sigrid Nikutta, Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, schickt in Seddin den ersten DB-Güterzug mit Hilfsgütern auf die Reise.

Seddin/Kiew. Die Deutsche Bahn (DB) will die Ukraine stärker beim Getreideexport unterstützen. „Angesichts der drohenden Hungersnot in Teilen der Welt und des enormen Bedarfs, Millionen Tonnen ukrainisches Getreide in die Welt zu exportieren, werden wir als DB Cargo in Abstimmung mit dem Bund weitere Aufträge und Zugfahrten organisieren“, sagte DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

„Wir tun alles, was wir als Unternehmen aus sozialer Verantwortung heraus tun können.“ Zurzeit fahre DB Cargo mit Tochtergesellschaften in Polen und Rumänien mehrere Züge täglich mit Getreide an verschiedene Seehäfen. „Nun geht es darum, diese Agrarexporte auszuweiten. Ziel sind tragfähige Verbindungen bis an die Seehäfen der Nordsee und des Schwarz- und Mittelmeeres.“

Ein Mähdrescher wirft bei der Arbeit auf einem Weizenfeld im vergangenen Sommer in Schleswig-Holstein Spreu und Stroh nach hinten auf die Fahrspur.

Häfen blockiert: der schwierige Weg des ukrainischen Getreides aus dem Land

Nordafrikanische und arabische Länder sind auf ukrainisches Getreide angewiesen – aber das steckt in den blockierten Schwarzmeerhäfen der Ukraine fest. Landwirte und Händler ringen um Alternativrouten. Die bringen aber weitere Probleme mit sich.

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Wegen der Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen durch Russland ist die Ukraine dringend auf alternative Exportwege angewiesen, um Getreide ins Ausland zu exportieren. Zurzeit stecken in der Ukraine nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) knapp 25 Millionen Tonnen Getreide fest. Das Land sucht daher dringend nach Ausweichrouten. Wegen der unterschiedlichen Spurweiten müssen Güterzüge jedoch an der Grenze umgeladen werden.

DB Cargo transportiert humanitäre Hilfsgüter in Ukraine

In die Gegenrichtung hat DB Cargo über die „Schienenbrücke Ukraine“ nach drei Monaten Krieg rund 700 Containerladungen mit humanitären Hilfsgütern in die Ukraine transportiert, teilte ein Bahnsprecher dem RND mit. Es handelt sich um Spenden von Kommunen, Firmen und Privatpersonen.

Von der Leyen nennt Russlands Umgang mit Getreideexporten „beschämend“

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, „den Hunger als Instrument der Macht“ einzusetzen.

Nach wie vor werden zahlreiche Lebensmittel, Hygieneartikel oder auch Mittel des täglichen Bedarfs versendet. Mittlerweile werden auch viele technische Hilfsgüter auf der Schienenbrücke transportiert. Laut Angaben eines Bahnsprechers wurde zum Beispiel ein komplettes Wasserkraftwerk mit Pumpen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein so in die Ukraine gebracht. Ebenso rund 1.400 Solaranlagen für Privathaushalte, ein ganzer Autokran oder drei Containerladungen mit Tierfutter und Tiermedizin vom Zoo Berlin für den Zoo in Kiew.

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Die Hilfsgüter werden gesammelt, in Container verpackt und anschließend zum Rangierbahnhof in Seddin (Brandenburg) gebracht. Von dort aus fährt täglich der sogenannte Schlesien-Shuttle zu einem polnischen Rangierbahnhof. Dort werden die Container auf ukrainische Güterwagen umgeladen, die Ukrainische Eisenbahn (UZ) übernimmt den Transport in und durch die Ukraine. Der „Humanitärstab“ der Ukrainischen Eisenbahn sorgt für die Verteilung der Hilfsgüter vor Ort.

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