Trotz Personalabbau

Ex-Nordbank erweitert Vorstand

Foto: Wird demnächst von einem sechsköpfigen Vorstand geleitet: die Hamburg Commercial Bank.

Wird demnächst von einem sechsköpfigen Vorstand geleitet: die Hamburg Commercial Bank.

Kiel. Demnach wächst der Vorstand von bislang vier auf sechs Mitglieder. Der Aufsichtsrat habe die Amerikaner Ian Banwell (55) als Chief Operating Officer (COO) und Christopher Brody (50) als Chief Investment Officer (CIO) berufen, teilte die Bank gestern in Hamburg mit.

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Wie berichtet, will das Institut in den kommenden beiden Jahren die Zahl seiner Mitarbeiter insgesamt drastisch abbauen: um 756 auf 956 Vollzeitstellen. Begründung: Um langfristig im Wettbewerb erfolgreich zu sein, müsse die Bank ihre Personalkosten deutlich senken. Zudem seien viele Aufgaben weggefallen. Das Institut peilt eine Eigenkapitalrendite von acht Prozent an und liebäugelt perspektivisch auch mit einem Börsengang.

Mit der Personalentscheidung, die von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi scharf kritisiert wurde, greifen die neuen Eigentümer nun auch aktiv in das Geschäft der Bank ein. Banwell war zuletzt Direktor bei der New Yorker Investmentgesellschaft Cerberus, dem größten Einzelaktionär der HCOB. Auch Brody hat früher für Cerberus gearbeitet, zuletzt jedoch ein Family-Office, eine Vermögensverwaltung, in den USA geleitet.

Verdi: Das ist ein Schlag ins Gesicht der Ex-Mitarbeiter

Sechs Vorstandsposten für eine Bank, deren Bilanzsumme in den vergangenen Jahren auf 55 Milliarden Euro geschrumpft ist? Zum Vergleich: Branchenprimus Deutsche Bank leistet sich neun Vorstände – bei einer Bilanzsumme von 1500 Milliarden Euro. Nach Darstellung von Banksprecher Mirko Wollrab ist die Erweiterung des Spitzengremiums gerechtfertigt: „Die Bank braucht in dieser wichtigen Transformation die beste Mannschaft, die es gibt, das gilt auch für unser starkes Vorstandsteam.“

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Bei der Gewerkschaft stieß das Vorhaben auf Unverständnis: „Es ist ein respektloser Schlag ins Gesicht der Menschen, die teilweise ihr halbes Leben für die Bank in Kiel gearbeitet haben und nun ihren Arbeitsplatz und auch ihre Existenz verlieren, während Vorstände satte Gehaltserhöhungen erhalten“, kritisierte Verdi-Nord-Sprecher Frank Schischefsky.

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