Tierquälerei

Exportstopp geht nach hinten los

Foto: Trotz Exportstopp: Über Umwege gelangen Kühe aus Schleswig-Holstein weiterhin nach Osteuropa.

Trotz Exportstopp: Über Umwege gelangen Kühe aus Schleswig-Holstein weiterhin nach Osteuropa.

Kiel. Statt über die gesperrte Sammelstelle in Dätgen gelangen die Tiere über den Umweg Niedersachsen in die umstrittenen Einfuhrstaaten. Für die Tiere ziehen sich die kräftezehrenden Transporte also noch länger hin als ohnehin schon.

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Dennoch sieht die genossenschaftliche Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) weder ein Indiz für Tierquälerei noch eine illegale oder unmoralische Umgehung des Exportmoratoriums. „Rinder über Sammelstellen außerhalb des Landes zu exportieren, ist eine gängige und zulässige Praxis“, sagt RSH-Geschäftsführer Matthias Leisen. Nach seinen Angaben ist in der Vergangenheit nur knapp die Hälfte der Rinder-Exporte aus Schleswig-Holstein in die 13 kritisierten Staaten über Dätgen gelaufen. Alle sonstigen seien auch bisher über andere Bundesländer exportiert worden, weil man sie dort mit Tieren aus anderen Bundesländern für Großabnehmer gebündelt habe.

Landrat Rolf-Oliver Schwemer (Rendsburg-Eckernförde) ist mit dieser Situation alles andere als glücklich. Dem Tierwohl sei nicht gedient, wenn Betriebe, die vom Moratorium betroffen seien, nun auf Sammelstellen in anderen Bundesländern ausweichen.

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Ministerium prüft Konsequenzen

1000 Rinder traten im vergangenen Jahr aus dem Exportstall in Dätgen bei Nortorf heraus ihre Reise nach Südosteuropa, Nordafrika, Asien oder den Nahen Osten an. „Wir haben noch nie Schlachtrinder exportiert“, betont Leisen. Es seien „immer nur Zuchtrinder“ gewesen, die in Dätgen verladen wurden. Möglichen Missständen müsse in jedem Einzelfall konsequent nachgegangen werden. „Aber unsere Kunden geben sicher nicht viel Geld für Zuchttiere aus, um diese dann zu quälen.“

Das Landwirtschaftsministerium in Kiel prüft, wie der Sachverhalt juristisch zu bewerten ist. Zudem steht das Thema heute bei einem Arbeitstreffen von Bund und Ländern in Mainz auf der Tagesordnung.

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