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Rytheon Anschütz

Firma sucht Start-ups im eigenen Haus

Foto: Initiatoren des Ran-Dock bei Raytheon Anschütz: Niels Möller (li.) und Thomas Lehmann.

Initiatoren des Ran-Dock bei Raytheon Anschütz: Niels Möller (li.) und Thomas Lehmann.

Kiel.Tatsächlich ist die Raytheon Anschütz GmbH eher das, was man als Traditionsunternehmen bezeichnen darf. Die Sache ist nur: Der Innovationsdruck auf dem Markt für Schiffsnavigationssysteme verlangt mehr Gründer-Elan als Traditionsbewusstsein.

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Rytheon Anschütz sucht Start-ups im eigenen Haus

Mit der Innovationswerkstatt Ran-Dock hat das Kieler Unternehmen die Suche nach Ideen und die Entwicklung von Zukunftsprodukten auf eine neue Grundlage gestellt. Geforscht wird quasi nach Start-ups im eigenen Haus. Chancen auf Umsetzung haben Innovationen, die Jury und Mitarbeiter in einem mehrstufigen Auswahlverfahren einschließlich digitaler Abstimmung im „Shark Tank“ für erfolgversprechend halten.

Schon optisch ist das Ran-Dock eine eigene Welt 

Grüne Wände, gelbe Sofas, riesige White Boards, beschreibbare Wände und ein Tischkicker: Schon optisch unterscheidet sich das Ran-Dock von den übrigen Räumen im Unternehmen, von Büros, Werkstätten und Prüflaboren. Doch das vor einem Jahr gestartete Kreativmodell soll mehr sein als ein Raum. „Das Ran-Dock ist unsere Antwort auf die Veränderungen um uns herum“, sagt Mitinitiator Niels Möller. Mitarbeiter wollten mitgestalten und kämen heute mit ganz anderen Erwartungen ins Unternehmen.

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Gründergeist, Zeit und Geld

Die erste Ideenrunde stand unter dem Motto „Navigation der Zukunft“: Verteilt wurden 25 rote „Kickboxen“ an 33 Mitarbeiter in zunächst 20 Teams. Jede Box beinhaltet symbolisch 100 Stunden Freiraum während der Arbeitszeit und ein Startkapital von 1000 Euro. Ob Werbemaßnahmen, Reisen zu Kunden oder Messen – oder für die Pizza im Team-Meeting: Wie das Team diese Ressourcen einsetzt, ist ihm selbst überlassen – Hauptsache, es verfolgt eine spannende Innovationsidee.

In Phase zwei droht das "Haifischbecken"

In der zweiten Phase folgt dann das „Haifischbecken“. Soll heißen: Eine Jury aus Geschäftsführung, Betriebsrat, Personalabteilung und Vertrieb sowie die Mitarbeiter stimmen digital über das Schicksal der Projekte ab. Ideen, die diesen Härtetest überleben, erhalten die „Blaue Box“, also noch mehr Zeit und Geld, um das Vorhaben reifen zu lassen, Geschäftsmodelle zu überprüfen und Pilot-Kunden zu gewinnen. In der ersten Runde waren das unter anderem das „elektronische Logbuch“, der Einsatz von Datenbrillen und Erweiterter Realität als Ergänzung heutiger Navigationsanzeigen und die Integration spezieller „Mann-über-Bord“-Kameras in die Brücke. Als Siegeridee durchsetzen konnte sich das elektronische Schiffs-Logbuch, das Raytheon Anschütz nun gemeinsam mit einem Hamburger Start-up entwickelt.

Hilfe beim Werben um Fachkräfte 

"Schon heute kann man feststellen, dass Ran-Dock für uns weit mehr als eine Ideenschmiede ist", sagt Geschäftsführer Michael Schulz, der auch von einem "Leuchtturm für Kundenbeteiligung" spricht und von einem Kulturwandel, der Raytheon Anschütz im direkten Werben um Fachkräfte helfe. Auch den Herausforderungen der Digitalisierung könne man mit dem Projekt offensiv begegnen.

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