Groß, schwer, unsportlich: Der Toyota Highlander Hybrid im Test

Reporter Christof Johann hat den Toyota Highlander genauer unter die Lupe genommen.

Reporter Christof Johann hat den Toyota Highlander genauer unter die Lupe genommen.

„Der Highlander – es kann nur einen geben.“ Das war der Titel eines Phantasiefilms aus dem Jahre 1986 mit Christopher Lambert als nahezu unsterblicher „Highlander“ und Sean Connery in den Hauptrollen. Der „Highlander“ tauchte als mittelalterlicher Wüterich schwertschwingend plötzlich in der New Yorker U-Bahn auf und duellierte sich mit altvorderen Gegnern.

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Ganz so alt ist der Toyota Highlander nicht, aber in den USA ist er schon seit mehr als zehn Jahren eine feste Größe im Programm. Apropos Größe: Vermutlich waren es seine stattlichen Ausmaße, die Toyota bislang davon abgehalten haben, ihn in Europa anzubieten: 4,97 Außenlänge und 1,93 m Breite sind für hiesige Verhältnisse schon Schlachtschiffformat. Erst seit unter der Haube ein sparsamer Hybridantrieb eingezogen ist, glaubt Toyota an Chancen auch hierzulande.

Toyota Highlander: Ein sparsames Komfortwunder ohne sportliche Ambitionen

Im Test wusste der Toyota zu überzeugen, wies aber auch Nachteile auf.

Der Familienurlaub kann kommen

Dann wollen wir mal das Positive zuerst herausstellen, denn Größe hat ja auch Vorteile. Das Platzangebot ist schon gewaltig, und ein Kofferraumvolumen von bis zu 1909 Litern ist definitiv umzugstauglich. Dazu gibt es eine klappbare dritte Sitzreihe, auf der sich auch größere Kinder noch wohlfühlen dürften. Und wem der Platz immer noch nicht langt, kann noch einen Anhänger mit bis zu zwei Tonnen Gewicht hinterherziehen. Der Familienurlaub kann also kommen.

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Einmal in Fahrt, erweist sich der Highlander als wahrer Schaukelraddampfer. Auch fern des Mississippi offenbart sein Fahrverhalten seine amerikanischen Wurzeln. Obwohl für europäische Straßen neu abgestimmt, ist das stämmige SUV äußerst komfortabel. Ruhiges Dahingleiten ist also die bevorzugte Gangart, während schnelle Fahrmanöver mit deutlichem Untersteuern und wankendem Aufbau beantwortet werden.

Sportliche Fahrer und Fahrerinnen werden sich auch am gewöhnungsbedürftigen Aufheulen des Motors beim Beschleunigen stören. Bei Toyotas „Hybrid Synergy Drive“ sind Antrieb und Achsen nicht starr verkuppelt, sondern über ein Planetengetriebe verbunden. So entstehen für Hybridneulinge irritierende Drehzahlunterschiede, die aber einer flotten Beschleunigung von 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h nicht im Wege stehen. Ansonsten läuft das Zusammenspiel des 2,5-Liter Turbo-Benziners mit den zwei E-Motoren völlig reibungslos.

Wie, zwei Elektromotoren?

Tatsächlich arbeitet an der Vorderachse ein 134 Kw starker E-Motor sozusagen Hand in Hand mit dem Verbrenner. E-Motor Nummer zwei sitzt an der Hinterachse, leistet 40 kW und wird nur bei Bedarf elektronisch zugeschaltet. Die Systemleistung beträgt 182 kW oder 248 PS. Das kompliziert klingende Antriebssystem hat einen gewaltigen Vorteil: Es macht das schwere Gefährt ziemlich sparsam. Der Normverbrauch beträgt 6,6 Liter Super auf 100 km.

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Um das zu prüfen, war unsere Testfahrt zu kurz, aber mehrere Toyota-Hybride, die wir zuletzt über längere Zeiträume bewegt haben, verleiten uns zu dazu, die Angaben zu glauben. Der zuletzt gefahrene Yaris Cross Hybrid unterbot den angegebenen WLTP-Normverbrauch sogar noch einmal. Das hatten wir in vielen Jahren Autotests noch nie. Und einen netten Nebeneffekt bietet die gewählte Antriebskonfiguration obendrein: Mit dem zusätzlichen E-Motor an der Hinterachse wird der Highlander zum Allradler. Vor allem Trailerpiloten dürften sich freuen.

Für wen kommt der Highlander infrage?

Für wen also kommt der Highlander infrage? Neben Filmfans dürften sich vor allem Väter und Mütter mit größerer Kinderschar für das Auto interessieren, die üppiges Platzangebot gepaart mit moderatem Verbrauch suchen. Desgleichen Menschen, die häufig was an den Haken nehmen wollen. Beide sollten aber auch über ein nicht zu niedriges Haushaltseinkommen verfügen. Die Preisliste beginnt bei 53.690 €, kann aber mit verführerischer Zusatzausstattung leicht auf 60.000 € gesteigert werden.

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