Kommentar

Die sinkende Inflation ist kein Anlass für Optimismus

Wie viel Geld bleibt am Ende übrig: Vor allem Geringverdienende trifft die Inflation weiter hart.

Wie viel Geld bleibt am Ende übrig: Vor allem Geringverdienende trifft die Inflation weiter hart.

Auf den ersten Blick hat das Statistische Bundesamt am Donnerstag gute Nachrichten verkündet: Im zweiten Monat in Folge ist die Inflation gesunken. Billiger wird dadurch nichts, aber die Teuerung verliert zumindest an Fahrt. Doch es spricht viel dafür, dass der ohnehin geringe Rückgang Sondereffekten geschuldet ist.

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Denn die Inflation wird stets im Vergleich zum Vorjahresmonat gemessen. Und im Juli 2021 gab es weder das 9-Euro-Ticket noch den Tankrabatt. Laufen beide Maßnahmen wie geplant im September aus, könnte die Inflationsrate wieder einen kleinen Sprung nach oben machen. Zudem war der Juli der erste Monat, in dem die Teuerung 2021 kräftig anzog. Die nun sinkende Inflation ist also auch die Folge eines sogenannten Basiseffekts.

Trügerischer Silberstreif am Horizont

Immerhin: Dieser Basiseffekt dürfte die Inflation in den kommenden Monaten weiter bremsen. Und Unternehmen planen laut Ifo-Institut zunehmend keine weiteren Preissteigerungen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es zwar bitter, dass die Lebensmittelpreise demnach weiter steigen. Doch mit Blick auf die Gesamtinflation gibt es zumindest einen Silberstreif am Horizont.

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Vor den schieben sich aber schon neue Wolken: Wirtschaftsminister Robert Habeck beziffert die möglichen Kosten der Gasumlage zur Rettung strauchelnder Versorger nun mit bis zu 5 Cent pro Kilowattstunde, deutlich mehr als zuletzt von Kanzler Olaf Scholz angekündigt. Mehrere Hundert Euro zusätzlich kann das eine Durchschnittsfamilie kosten. Weder Habecks Ankündigung, noch die jüngsten Inflationszahlen sprechen dafür, dass sich die Politik bei weiteren Entlastungspaketen noch viel Zeit lassen kann.

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