Immobilienriese will Vermieter schützen

Vonovia rechnet wegen Inflation mit Mieterhöhungen - Deutscher Mieterbund entsetzt

Gegen eine überhöhte Miete kann man mit einer Rüge vorgehen. Mietrückforderungen stehen einem aber erst ab dem Zeitpunkt der Rüge zu.

Mietwohnungen

Düsseldorf. Deutschlands größter Vermieter, der Dax-Konzern Vonovia, hält angesichts der hohen Inflationsraten stärkere Mieterhöhungen für nötig. „Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen auch die Mieten künftig jährlich dementsprechend ansteigen“, sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch dem „Handelsblatt“ am Mittwoch. „Wir können nicht so tun, als wenn die Inflation an den Mieten vorbeigeht. Das wird nicht klappen.“ Ansonsten würden viele Vermieter in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Der Bochumer Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, überwiegend in Deutschland.

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Vonovia erhöhte die Mieten für seine Wohnungen laut Zeitungsbericht in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Durchschnitt auf 7,40 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Onlineportal „Immoscout24“ rechnet demnach für die kommenden zwölf Monate angesichts anhaltend hoher Teuerungsraten mit Mietsteigerungen von sechs bis sieben Prozent.

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Der Deutsche Mieterbund (DMB) zeigt sich entsetzt über die Ankündigung von Deutschlands größtem Vermieter. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, sagte am Mittwoch in Berlin: „Dass Mieterinnen und Mieter für den eingebrochenen Aktienkurs von Vonovia und höhere Zinsen am Kapitalmarkt herhalten müssen, zeigt, dass die Geschäftsmodelle börsennotierter Wohnungskonzerne unsozial und spekulativ sind.

Siebenkotten erinnerte daran, dass Vonovia nach der Übernahme des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen für 19 Milliarden Euro im Oktober vergangenen Jahres verkündet habe, die Bestandsmieten sollten um maximal ein Prozent pro Jahr steigen. „Jetzt zeigt sich, dass Politik und Kartellamt am Nasenring durch die Manege gezogen wurden“, kritisierte der Mieterschützer.

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RND/epd

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