Bundesrechnungshof

Kritik an zu hohen Kosten für Fregatten

Foto: Fregatte "Schleswig-Holstein"

Die Fregatte "Schleswig-Holstein" und ihre drei Schwesterschiffe stehen in der Kritik des Bundesrechnungshofes: Die Kosten für ihre Modernisierung hätten sich durch schlechtes Management verfünffacht.

Wilhelmshaven. So steht es in einem am Dienstag bekannt gewordenen Bericht. Die Rechnung für das seit Jahren laufende Projekt liegt damit bei 120 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass die vier Fregatten der Klasse 123 nur eingeschränkt einsatzfähig sind. Bereits vor drei Jahren schoss die „Brandenburg“ den letzten Flugkörper des Typs MM38 ab, bestätigte die Marine. Seitdem sind die Kriegsschiffe ohne ihre Hauptbewaffnung unterwegs.

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Mit Blick auf die Erneuerung der IT-Systeme sah der Rechnungshof „Fehler im Projektmanagement“. Die Bundeswehr habe die Leistung nicht detailliert genug beschrieben und „ungünstige Abnahmekriterien“ vereinbart.

Hardware wieder veraltet

Die Einführung des Waffenführungs- und Einsatzsystems „Sabrina 21“ zog sich laut Rechnungshof unnötig in die Länge. Bei Tests durch die Marine fiel das System immer wieder durch. Erst 2016 wurde es erfolgreich abgenommen. Die bereits 2009 angeschaffte Hardware war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon wieder veraltet.

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Seit dem Abschuss des letzten Seezielflugkörpers (Schiff-Schiff-Rakete) müssen die Fregatten ohne ihr wichtigstes Waffensystem operieren. Als nächstes droht der Ausfall der Flugabwehr. „Wenn aber 2019 der Flugabwehrflugkörper Nato Sea Sparrow nicht mehr nutzbar sein wird und kein neuer Flugkörper eingeführt wird, fallen wir mit den 123er-Fregatten weit in den Fähigkeiten zurück“, warnte Kapitän zur See Jörg Michael Horn, der ehemalige Kommandeur des 2. Fregattengeschwaders.

Im Einsatz gegen Piraten und Schleuser

Die „Schleswig-Holstein“, „Brandenburg“, „Bayern“ und „Mecklenburg-Vorpommern“ bilden das Rückgrat der Marine und wurden in der Vergangenheit im Kampf gegen Piraten und gegen Schleuserbanden im Mittelmeer eingesetzt.

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