Kommentar

Schöne neue Bahn-Welt? Bislang nur in der Werbung

Zur Premiere des neuen ICE 3neo steht die neue Variante des Schnellzuges abfahrbereit am Gleis im Hauptbahnhof von Frankfurt. Insgesamt hat die Deutsche Bahn 73 ICE 3neo bestellt.

Zur Premiere des neuen ICE 3neo steht die neue Variante des Schnellzuges abfahrbereit am Gleis im Hauptbahnhof von Frankfurt. Insgesamt hat die Deutsche Bahn 73 ICE 3neo bestellt.

Berlin. So sieht sie also aus, die neue schöne Reisewelt für Deutschlands Bahnfahrer: Pünktliche Züge, bequeme Sitze, viel Platz für Gepäck, störungsfreier Handyempfang und das ganze bei Tempo 300. Das alles gibt es – jedoch bislang nur im Werbevideo für die neueste ICE-Generation mit dem Namen ICE 3neo.

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Der graue Bahnalltag hat mit der leuchtenden Reklame wenig gemein. Auf all die Reisenden, die an Adventswochenenden in überfüllten Bahnhöfen stranden und sich um Plätze in verspäteten oder gar nicht eintreffenden Zügen drängeln, müssen die schönen Werbebilder wie Hohn wirken. Die Zeiten, in denen sich Zugreisende in sozialen Netzwerken über Verspätungen beklagen, sind lange vorbei. Inzwischen ist es eher eine Nachricht wert, wenn man das Ziel zur Abwechslung mal pünktlich erreicht.

Ja, es gibt Gründe für das Chaos, an denen die Bahn keine Schuld trägt – aktuell etwa die Sperrung der wichtigen Ost-West-Verbindung Hannover-Berlin infolge der Kollision zweiter Güterzüge. Und natürlich sind die Dauerverspätungen auch kein Argument, nicht in neue Züge zu investieren im Gegenteil.

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Die Frage ist allerdings, ob ein Konzern, in dem gerade so wenig läuft, sich dafür feiern sollte. Zumal „Innovationen“ wie störungsfreier Mobilfunkempfang, Tablet-Halterungen, große Gepäckfächer oder acht(!) Fahrradstellplätze im Zug im Grunde Standard sein sollten und das in vielen Ländern bereits sind. Und: Es sind lediglich drei Strecken, auf denen Reisende künftig in den Genuss des neuen Bahn-Luxus kommen. Der Fortschritt vollzieht sich quälend langsam. Zumindest darin bleibt die Bahn sich treu.

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