Nachfolger des Leopard 2

Neuer Kampfpanzer vorgestellt: Rheinmetall baut jetzt auch den Panther

Frankfurt am Main. Die Raubtierfamilie bei der Bundeswehr soll ein neues Mitglied bekommen. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen von Armin Papperger, Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, ginge. Er stellte am Montag überraschend einen neuen Kampfpanzer vor, der den Namen Panther tragen und Nachfolger des Leopard 2 werden soll. In der Bundesregierung dürfte das einiges Stirnrunzeln ausgelöst haben.

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Der Panther wurde am Montagnachmittag auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentiert. Rheinmetall hatte den Kampfpanzer zuvor bereits unter der Bezeichnung „Future Tanknology“ angekündigt. Das Kettenfahrzeug 51 (KF 51) biete „duellfähige Dominanz“ und setze in allen Bereichen – Wirkung, Schutz, Mobilität, Vernetzung und Aufklärungsfähigkeit – neue Maßstäbe. Mit der Hauptbewaffnung, einer 130-Millimeter-Kanone, biete das neue Kettenfahrzeug „überlegene Feuerkraft“. Zugleich soll es leichter sein als der Leopard 2, der zudem über ein Geschütz mit einem Kaliber von nur 120 Millimetern verfügt.

„Panther“: leichter und mit größerer Feuerkraft

Das heißt, die Geschosse des KF 51 verfügen über eine größere Reichweite und eine deutlich höhere Wirkung als die des Leoparden, dessen zweite Version mittlerweile auch schon 40 Jahre alt ist. Gleichwohl gilt er noch immer als einer der technisch avancierten Kampfpanzer. Der Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) macht auf die kommerziellen Erfolge des Panzers aufmerksam: Mehr als 3500 Exemplare sind derzeit im Einsatz, sie wurden in 16 Länder exportiert. Doch die Ausmusterung ist für die Zeit nach dem Jahr 2030 vorgesehen.

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Gemeinsames Rüstungsprojekt gerät ins Stocken

Der designierte Nachfolger soll in einem deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekt entwickelt werden. Partner sind einerseits die Holding KNDS, die wiederum KMW und dem französischen Rüstungskonzern Nexter gehört. Hinzu kommt ausgerechnet: Rheinmetall.

Das Vorhaben soll auch eine Art Vorbildfunktion für künftige gemeinsame Rüstungsprojekte haben. Es wurde einst von der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen forciert, die heute EU-Kommissionspräsidentin ist.

Wir müssen Klein-Klein vermeiden. Wir gehen unter, wenn wir uns in nationale Egoismen verlieren.

Franziska Brantner (Grüne), Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium

Zur Königsdisziplin bei Fragen der strategischen Souveränität der EU gehöre, Synergien in der Rüstungsindustrie zu erzeugen, sagte auch Franziska Brantner (Grüne), Parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sie fügte hinzu: „Wir müssen Klein-Klein vermeiden. Wir gehen unter, wenn wir uns in nationale Egoismen verlieren.“

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Doch der deutsch-französische Panzer kommt seit geraumer Zeit nicht so recht von der Stelle. Selbst technische Eckdaten oder sein Name (Leopard 3 wäre naheliegend) sind nicht bekannt. Zudem soll sich Rheinmetall ob der Dominanz von KNDS im Konsortium an den Rand gedrängt fühlen. Insider vermuten, dass dies der Grund für den Alleingang mit dem Panther in Paris ist, was aber bei der Regierung nicht gut ankommen wird. Zumal es schon öfter Reibereien mit Rheinmetall gegeben haben soll.

Erste Interessenten für den Panther

Die Düsseldorfer knüpfen indes allein schon mit der Bezeichnung des neuen Geräts an die Kettenfahrzeuge 31 und 41 an, die den Beinamen Lynx tragen. Dabei handelt es sich um wesentlich kleinere und leichtere Modelle von Schützenpanzern, von denen es auch Varianten als Spähpanzer, Reparaturfahrzeuge und Sanitätspanzer gibt.

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Das Grundprinzip dahinter erinnert an die Baukastensysteme im Pkw-Bau. Rheinmetall spricht von einem „modularen Design“, das ein „hohes Maß an Gleichteilen“ erlaubt. Schulungs- und Logistikaufwand würden dadurch reduziert. Das könnte dann womöglich auch für den Panther gelten.

Der Konzern vermeldet derweil einen „ersten Vertriebserfolg“ mit dem Lynx: Ungarn hat als erster Nato- und EU-Staat dessen Anschaffung beschlossen. Und auch für den Panther soll es bereits Interessenten aus osteuropäischen Ländern geben, berichtet das „Handelsblatt“. Allerdings wäre die Bundeswehr als Referenzkunde bei der Vermarktung des KF 51 extrem wichtig.

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Analysten erwarten enormes Wachstum für Rheinmetall

Die Aktie von Rheinmetall schoss am Montagmorgen um zeitweise fast 7 Prozent in die Höhe, während der Deutsche Aktienindex tief im roten Bereich rangierte. Händlern zufolge spielte dabei neben dem Panther auch eine Rolle, dass der Rüstungskonzern die Modernisierung der ersten Schützenpanzer vom Typ Marder abgeschlossen hat. Insgesamt sollen rund 100 der Kettenfahrzeuge aufgearbeitet werden. Die Ukraine hat vielfach die Lieferung der Panzer verlangt.

Hinzu kam eine Studie der Analystin Olivia Charley von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie spricht von einem neuen „Superzyklus der Verteidigungsinvestitionen in Europa“. Der Düsseldorfer Konzern sei als wichtigster Ausrüster der Bundeswehr einer der größten Profiteure dieser Entwicklung. Sie traut Rheinmetall ein Umsatzwachstum bis 2026 von 14 Prozent pro Jahr zu. Und der Aktienkurs habe das Zeug dazu, um rund fast ein Drittel zu steigen. Ähnlich hat sich gerade Vorstandschef Papperger geäußert.

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