Ron Cohen aus den USA

Sig-Sauer-Manager war in Kiel in U-Haft

Foto: Über 30.000 Pistolen von Sig Sauer sollen illegal nach Kolumbien gelangt sein.

Über 30.000 Pistolen von Sig Sauer sollen illegal nach Kolumbien gelangt sein.

Kiel/Eckernförde. Ron Cohen von Sig Sauer in den USA sei nach zwei Wochen gegen Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Euro wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel am Freitag Informationen des Rechercheverbunds von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".

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Millionen-Kaution als Sicherheit

Das Landgericht Kiel will mit der Kaution in Millionen-Höhe verhindern, dass sich der in den USA lebende Waffenhändler einem Prozess gegen ihn und vier weitere Sig-Sauer-Verantwortliche entzieht. Wann und ob es zu dem Prozess kommen wird, ist laut NDR weiter unklar.

Derzeit ist das Hauptverfahren gegen Cohen, die beiden in Deutschland lebenden Eigentümer der Sig-Sauer-Gruppe, Michael Lüke und Thomas Ortmeier, und weitere Verantwortliche noch nicht eröffnet.

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Hintergrund: Waffenlieferung nach Kolumbien

Die Staatsanwaltschaft hatte im April Anklage gegen Cohen und vier weitere Sig Sauer-Verantwortliche erhoben. Sie sollen mehr als 30.000 Pistolen in die USA und von dort ins damalige Bürgerkriegsland Kolumbien geliefert haben. Sig Sauer soll von 2009 bis 2012 bei Ausfuhrgenehmigungen falsche Angaben gemacht haben. Die Pistolen vom Typ SP 2022 werden heute von der kolumbianischen Nationalpolizei eingesetzt, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Gegen den 57-jährigen Waffenhändler Ron Cohen bestand seit August 2018 ein europaweiter Haftbefehl. Im Oktober wurde in Frankfurt verhaftet und nach Kiel überstellt. Die Staatsanwaltschaft Kiel ist zuständig, da Sig Sauer in Deutschland seinen Sitz in Eckernförde hat.

Was Cohen drohen könnte

Bei Verstößen gegen die Außenwirtschaftsverordnung drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen. Am Freitag teilte das Landgericht Kiel mit, gegen zwei der Angeklagten jetzt das Verfahren abgetrennt und die gegen sie gerichtete Anklage nicht zugelassen zu haben. "Hintergrund ist, dass bei diesen beiden Angeklagten aus Sicht der Strafkammer kein hinreichender Zusammenhang ihrer Verantwortung und Tätigkeit mit nachzuweisenden Taten besteht", erläuterte eine Gerichtssprecherin. Die Anklage gegen Cohen habe aber Bestand.

Über Zulassung der Anklage noch nicht entschieden

Über die mögliche Eröffnung des Hauptverfahrens und Zulassung der Anklage gegen die drei weiteren Angeklagten hat die dritte große Strafkammer - die Wirtschaftsstrafkammer - des Landgerichts bislang nicht entschieden.

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Von KN/dpa

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